Bad Freienwalde
Ein Jahr nach dem Angriff: Demokratiefest als Zeichen

Ein Jahr nach einem Angriff feiern zahlreiche Menschen ein Demokratiefest in Bad Freienwalde. Foto: Christoph Soeder/dpa
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Vor knapp einem Jahr stürmen Vermummte ein Fest in Bad Freienwalde. Das Fest findet erneut statt – mit welcher Resonanz?

Knapp ein Jahr nach dem gewaltsamen Angriff auf das Demokratiefest in Bad Freienwalde in Ostbrandenburg haben Hunderte Besucher bei der Neuauflage ein Zeichen für Toleranz gesetzt. Der Minister für gesellschaftlichen Zusammenhalt, René Wilke (SPD), lobte den gestiegenen Zuspruch für das Fest „Bad Freienwalde ist bunt“. Die Veranstalter zeigten sich ebenfalls zufrieden. Die Polizei sprach von einem Verlauf ohne Störungen.

Minister: Versuch der Einschüchterung hat nicht geklappt

„Das, was im letzten Jahr hier passiert ist, war ja ein ganz klarer Versuch der Einschüchterung“, sagte Wilke der Deutschen Presse-Agentur. „Es war der Versuch, Menschen Angst einzujagen und zu sagen, ihr seid hier nicht gewollt. Dieser Versuch hat nicht geklappt - das zeigen die Menschen hier ganz eindeutig, es sind so viel mehr da.“ Es dürfe weder Radikalität und Extremismus noch Gewalt gegen Andersdenkende geben.

Eine Gruppe teils vermummter Männer hatte im Juni 2025 hatte eine Kundgebung des Bündnisses „Bad Freienwalde ist bunt“ in der Kleinstadt im Landkreis Märkisch-Oderland attackiert. Parteien und Initiativen sprachen von einem rechtsextremistischen Angriff.

Der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz ermittelte. Weil aber kein hinreichender Tatverdacht ermittelt werden konnte, wurden die Ermittlungen gegen einen 21-jährigen früheren Beschuldigten eingestellt. Das führte dazu, dass die Veranstaltung am Sonntag durch die Polizei verstärkt abgesichert wurde. 

Veranstalter: Mehr Initiativen dabei

Die Veranstalter zeigten sich zufrieden. „Wir haben sehr viel Zuspruch bekommen“, sagte Mitinitiatorin Jule Grienitz. „Es sind noch mehr Initiativen und Gruppen dabei.“ Auf einer Bühne gab es Wortbeiträge, Musik, Tanz und Theater sowie viele Info- und Mitmachstände.

dpa