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Verkehr 29-Euro-Ticket für Berlin: Jetzt entscheidet der Verkehrsverbund

Der Aufsichtsrat des Verkehrsbundes Berlin-Brandenburg berät am Donnerstag über ein mögliches 29-Euro-Monatsticket. Ob er den Plänen des Berliner Senats zustimmt, gilt als unsicher. Landrat Gernot Schmidt (SPD) hatte seinen Einspruch gegen die Sitzung zurückgezogen. 

Die Entscheidung über das vom Berliner Senat geplante 29-Euro-Monatsticket für Busse und Bahnen könnte am Donnerstag fallen. Der Aufsichtsrat des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) berät dazu am Mittag. Ob der Aufsichtsrat dem Berliner Plan zustimmt, stand aber noch nicht fest. Die Brandenburger Landesregierung will zustimmen. Im VBB-Aufsichtsrat sitzen aber auch Bürgermeister und Landräte aus Brandenburg, die zum Teil gegen den Plan sind.

Ein Problem konnte der Berliner Senat kurzfristig ausräumen. Der Landrat des Brandenburger Landkreises Märkisch-Oderland, Gernot Schmidt (SPD), hatte Einspruch gegen die Dringlichkeit der Sitzung eingelegt. Diesen Einspruch habe er zurückgezogen, sagte eine Sprecherin des Berliner Senats am Donnerstagmorgen. Der "Tagesspiegel" berichtete, Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) habe mit ihrem Parteifreund telefoniert. Am Dienstag hatte Giffey gesagt, eine Entscheidung müsse am Donnerstag fallen, damit die Verkehrsbetriebe genug Zeit für die Vorbereitung hätten.

Gemeinsames Ticket für Berlin und Brandenburg gilt als unwahrscheinlich

Der Berliner Senat will ein auf die Hauptstadt beschränktes 29-Euro-Ticket für den Zeitraum vom 1. Oktober bis 31. Dezember anbieten. Ein gemeinsames Ticket für beide Bundesländer ist wegen der Skepsis in Brandenburg höchst unwahrscheinlich.

Berlins Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) sagte im RBB-Sender Radio Eins: "Der VBB ist ein Gemeinschaftsprojekt und ich setze immer noch darauf, dass wir uns zusammenraufen." In den letzten zwei Wochen seien "intensiv Gespräche auf allen Ebenen" geführt worden.

CDU kritisiert Vorgehen des Berliner Senats

Der Brandenburger CDU-Fraktionsvorsitzende Jan Redmann widersprach im RBB-Inforadio vehement. Der Berliner Senat habe das Nachbarland in seine Überlegungen nicht einbezogen, man habe Informationen nur aus den Medien erfahren. Außerdem gebe es derzeit viel dringendere Probleme. Die gestiegenen Energiepreise für den Bus- und Bahnverkehr müssten erstmal gestemmt werden und auch der Ausbau der Verkehrsangebote auf dem Land sei nötig. Die Pläne der Berliner Koalition aus SPD, Grünen und Linken seien Geldverschwendung und ein vorgezogenes Wahlkampfgeschenk, das nicht in diese Zeit passe.

ckön DPA

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