Die künftige Intendantin des Berliner Maxim Gorki Theaters, Çağla Ilk, hat in ihrer ersten Spielzeit einiges vor. Geplant sind Projekte der Regisseurin Ulrike Ottinger, eines Performancekollektivs mit Sandra Hüller und der Choreographin Constanza Macras, die nach ihrer Arbeit an der Volksbühne am Gorki ein neues Zuhause bekommen soll.
"Ich komme an einen Ort zurück, der mich geprägt hat", sagte Ilk, die schon früher am Haus gearbeitet hat und zuletzt die Kunsthalle in Baden-Baden leitete. "Heute ist mein 3271. Arbeitstag im Gorki Theater." Als Intendantin folgt sie auf die langjährige Theaterleiterin Shermin Langhoff.
"Theater ist nicht auf Texte zu reduzieren"
Ilk hat in Berlin und Istanbul Architektur studiert. Bei der Kunstbiennale in Venedig verantwortete sie 2024 den Deutschen Pavillon. Sie arbeitet zwischen bildender Kunst, Architektur, Sound, Theater und Performance. "Theater ist nicht auf Texte zu reduzieren", sagte sie. Ihre erste Spielzeit will sie mit einer Installation des Künstlers Sarkis eröffnen, die sich mit dem polnischen Theaterregisseur Tadeusz Kantor auseinandersetzt.
Die Bühne wird im Dezember mit Regisseurin Ulrike Ottinger eröffnet. Die 83-jährige Filmemacherin soll erstmals seit Langem wieder an einem Berliner Theater inszenieren und nimmt sich die Novelle "Das Hörrohr" von Leonora Carrington vor. Geplant ist auch eine Arbeit des Performancekollektivs Farn von Tom Schneider und Sandra Hüller.
Das Theater will künftig auch Räumlichkeiten im benachbarten Palais am Festungsgraben nutzen, das nach und nach saniert wird. Der Marmorsaal soll etwa für Musik, Gespräche und andere Formate genutzt werden. Ilk hofft, dass ab ihrer zweiten Spielzeit 2027/28 dann die ganze Etage genutzt werden kann.