Tausende Menschen haben an diesem Wochenende zur Wiedereröffnung die Hohenzollerngruft im Berliner Dom besucht. Mehr als 12.000 Besucherinnen und Besucher besichtigten an den beiden Tagen die sanierte Gruft auf der Museumsinsel, wie der Dom mitteilte.
Nach einem Tag der offenen Tür am Samstag, bei dem die Besucher teils bis zu einer Stunde anstanden, fand heute ein Festgottesdienst statt. Dorothee Wüst, Präsidentin der Vollkonferenz der Union der Evangelischen Kirchen in der EKD, hielt die Predigt. Im Anschluss hielten unter anderem Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) und der Regierende Bürgermeister Berlins, Kai Wegner (CDU), Grußworte.
Wegner: Gruft ist einzigartiger Erinnerungsort
"Mit der Wiedereröffnung der Hohenzollerngruft machen wir einen einzigartigen Erinnerungsraum wieder zugänglich – einen Ort, an dem europäische und deutsche Geschichte erfahrbar wird", sagte Weimer. Auch Wegner betonte die kulturelle Bedeutung der Gruft. "Die Hohenzollerngruft ist eine der wichtigsten dynastischen Ruhestätten Europas und stellt einen einzigartigen Erinnerungsort für das kulturelle Leben in Berlin dar", sagte er. Die Wiedereröffnung nach sechsjähriger Bauzeit sei ein Gewinn, nicht nur die Hauptstadt.
Die Hohenzollerngruft zählt nach Angaben des Doms mit 91 Särgen aus fünf Jahrhunderten zu einer der größten Grablegen Europas. Hier ruhen Angehörige des Hauses Hohenzollern, etwa der erste Preußenkönig Friedrich I. und seine Frau Sophie Charlotte.
Nach mehr als zehn Jahren Planung und sechs Jahren Bauzeit ist die Gruft nun wieder zugänglich. Sie musste unter anderem umfassend saniert werden, weil steigende Besucherzahlen dem Klima zusetzten. Feuchtigkeit und Wärme machten den Särgen zu schaffen und Schimmelpilze bildeten sich. Neben einem neuen Rundgang und einer Klimaanlage gibt es zum Beispiel für die Barrierefreiheit einen Aufzug runter zur Gruft.