Ein früherer Mitarbeiter des Gefängnisses Tegel steht unter Korruptionsverdacht. Der inzwischen 38-Jährige soll gemeinsame Sache mit einem Häftling gemacht und gegen Bezahlung mindestens 30 Handys in die Haftanstalt geschmuggelt haben. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin hat Anklage gegen beide erhoben, wie sie mitteilte. Sie wirft den Männern zwölf Fälle der Bestechlichkeit beziehungsweise der Bestechung vor.
Der Bedienstete soll demnach dem 41-Jährigen von Juli 2023 bis April 2024 zu zwölf Gelegenheiten Handys im Wert von insgesamt rund 5.300 Euro gegeben haben. Als Gegenleistung gab es laut Anklage Gutscheine im Wert von insgesamt 12.400 Euro.
Die Männer bestreiten laut Generalstaatsanwaltschaft die Vorwürfe. Es gilt die Unschuldsvermutung. Ob es nun zum Prozess kommt, muss das Amtsgericht Tiergarten entscheiden.
Hunderte Handys eingeschmuggelt
Handys sind im Gefängnis verboten. Gleichwohl werden jährlich Hunderte hineingeschmuggelt. Um diese aufzuspüren, setzt die Senatsjustizverwaltung auch auf Hunde und hat zuletzt die justizeigene Hundestaffel verstärkt mit Tieren, die auf das Erschnüffeln von Datenträgern wie Handys, Speicherkarten, CDs oder USB-Sticks konditioniert wurden.
Im vergangenen Jahr wurden in Berliner Gefängnissen 1.064 Handys sichergestellt, wie aus einer Antwort der Justizverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der AfD hervorging. Das entspricht in etwa den Zahlen vergangener Jahre.