Kultur
Kunstbiennale Venedig: Erste Details zum Deutschen Pavillon

Die 61. Biennale von Venedig als internationale Ausstellung zeitgenössischer Kunst dauert vom 9. Mai bis 22. November 2026. (Arc
Die 61. Biennale von Venedig als internationale Ausstellung zeitgenössischer Kunst dauert vom 9. Mai bis 22. November 2026. (Archivbild) Foto
© Antonio Calanni/AP/dpa
Der Deutsche Pavillon auf der Kunstbiennale Venedig widmet sich mit dem Titel "Ruin" historischen Brüchen – gezeigt werden auch Werke von Henrike Naumann, die kurz vor ihrem Tod fertig wurden.

Wenige Wochen vor Beginn der Kunstbiennale in Venedig werden erste Details zum Deutschen Pavillon bekannt. Der Pavillon werde am 9. Mai unter dem Titel "Ruin" eröffnen, teilte das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) in Berlin mit. Gezeigt werden Arbeiten der erst kürzlich gestorbenen Künstlerin Henrike Naumann und der Künstlerin Sung Tieu. Die Leiterin des Berliner Georg Kolbe Museums, Kathleen Reinhardt, hat den Pavillon kuratiert.

Bis zu ihrem plötzlichen Tod vor wenigen Wochen habe Naumann an ihrem Beitrag für den Deutschen Pavillon gearbeitet und ihn noch fertigstellen können, hieß es in der Mitteilung. Mit ihrem Studioteam werde nun daran gearbeitet, ihre künstlerische Vision umzusetzen.

Recherchen zur DDR und Wiedervereinigung

Naumann und Tieu hätten "auf Recherchen zur DDR und zur Transformationszeit nach der Wiedervereinigung 1990" zurückgegriffen, hieß es. Die Arbeiten sollen zeigen, wie "historische Brüche und Leerstellen in politischen, sozialen und architektonischen Strukturen fortwirken".

Der Titel soll mit Assoziationen spielen. Während das englische Wort "ruin" auch architektonische und materielle Überreste bezeichne, verweise das deutsche Wort "Ruin" auf einen Zustand des Zusammenbruchs, ob ökonomisch, gesellschaftlich oder moralisch, hieß es in der Ankündigung. Die Typographie des Titels "Ruin" sei einem Graffito entnommen, das den letzten Pavillon der DDR auf der Biennale gekennzeichnet habe.

Die 1895 gegründete Kunstbiennale Venedig ist weltweit das älteste Forum für zeitgenössische Bildende Kunst. Künstler wie Gerhard Richter und Joseph Beuys hatten in der Vergangenheit den Deutschen Pavillon bespielt. 2024 wurde er von der israelischen Künstlerin Yael Bartana und dem Berliner Theaterregisseur Ersan Mondtag gestaltet.

dpa

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