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Kunstbiennale in Venedig eröffnet: Goldener Löwe für Angola und Künstler Tino Sehgal

Kaum ist die Kunstbiennale in Venedig für das normale Publikum eröffnet, werden die Beiträge schon geehrt. Neben einem Deutsch-Briten gewinnt der angolanische Pavillon.

Der deutsch-britische Künstler Tino Sehgal ist bei der 55. Kunst-Biennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen als bester Künstler geehrt worden. Die Auszeichnung für den besten nationalen Pavillon ging an Angola. Die Preise wurden am Samstag nach der Entscheidung der fünfköpfigen Jury unter dem Vorsitz der Tate-Kuratorin Jessica Morgan (London) in einer feierlichen Zeremonie vergeben.

Sehgal erhielt den Löwen für seinen Beitrag in der Hauptausstellung "Il Palazzo Enciclopedico" des italienischen Kurators Massimiliano Gioni. Die Jury lobte ihn für die "Klasse und Innovation, mit der seine Arbeit zur Öffnung der künstlerischen Gattungen beigetragen hat."

Der Sieger-Pavillon aus Angola mit dem Titel "Luanda, Encyclopedic City" zeigt ein Werk des Künstlers Edson Chagas. Die 88 Länder-Pavillons und die Hauptschau können die Besucher noch bis zum 24. November in Venedig besichtigen. Die 55. Kunst-Biennale war am Samstagmorgen offiziell eröffnet worden. Die Veranstalter rechnen mit insgesamt etwa einer halben Million Besucher auf den 46.000 Quadratmeter großen Areal in der Lagunenstadt.

Silberner Löwe für Französin

Der Performance-Künstler Sehgal, der 1976 in London geboren und in Deutschland aufgewachsen ist, hatte schon 2005 gemeinsam mit Thomas Scheibitz den deutschen Pavillon auf der Biennale gestaltet. Im vergangenen Jahr nahm er an der Documenta 13 in Kassel teil. Er ist für seine Installationen mit lebenden Menschen und die Einbeziehung des Publikums bekannt.

Den silbernen Löwen für den vielversprechendsten jungen Künstler bekam Camille Henrot aus Frankreich. Besondere Erwähnungen gab es für die US-Amerikanerin Sharon Hayes, den Italiener Roberto Cuoghi sowie Zypern, Litauen und Japan.

Der deutsche Beitrag, unter anderem mit einem Werk des chinesischen Künstlers und Regimekritikers Ai Weiwei, ging leer aus. 2011 hatte der mit Werken des 2010 gestorbenen Künstlers Christoph Schlingensief gestaltete deutsche Pavillon den Goldenen Löwen erhalten.

awö/DPA / DPA
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