Massenproteste im Iran Hunderte demonstrieren in Berlin für Freiheit im Iran

Hunderte von Menschen zogen in Berlin durch die Stadt, um Unterstützung für die Massenproteste im Iran zu zeigen. Foto: Annette
Hunderte von Menschen zogen in Berlin durch die Stadt, um Unterstützung für die Massenproteste im Iran zu zeigen. Foto
© Annette Riedl/dpa
In Berlin fordern Hunderte lautstark Freiheit für den Iran. Viele berichten, dass sie keinen Kontakt mehr zu ihren Familien haben – und wollen ein Zeichen setzen.

Hunderte Demonstranten sind am Abend durch Berlin gezogen, um ein Zeichen der Unterstützung für die Massenproteste gegen die Regierung im Iran zu setzen. "Demokratie für den Iran!", skandierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer, "Nieder mit der Diktatur" oder "Woman - Life - Freedom" (Frau, Leben, Freiheit), das Motto der Proteste und der Frauenbewegung im Iran 2022. Auch der Ruf "Die Mullahs müssen weg" war mehrfach zu hören. Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichteten davon, seit Tagen keinen Kontakt mehr zu Angehörigen im Iran zu haben. 

Der Demonstrationszug startete am Hermannplatz in Berlin-Neukölln und zog dann Richtung Kottbusser Tor in Kreuzberg. Nach Angaben der Polizei war die Demonstration mit 400 Teilnehmern angemeldet. Nach deren Schätzung waren es nach dem Start rund 900. Bis zum frühen Abend sei die Veranstaltung friedlich geblieben. 

In Berlin ist es nicht die erste solcher Demos

Nach Einschätzung der Organisatoren nahmen rund 2.000 Menschen an der Demonstration teil. Aufgerufen hatte ein Bündnis, zu dem unter anderem das Woman Life Freedom Collective gehört. 

Erst am Dienstag hatte es am Brandenburger Tor eine Kundgebung zur Unterstützung der Massenproteste gegeben. Am Samstag waren nach Polizeiangaben rund 1.400 Menschen in Berlin auf die Straße gegangen.

Protestwelle im Iran

Ausgelöst wurde die aktuelle Protestwelle im Iran durch eine schwere Wirtschaftskrise Ende Dezember, als in der Hauptstadt Teheran zunächst vor allem Händler auf die Straße gegangen waren. 

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Am vergangenen Donnerstag waren die Proteste eskaliert, nachdem Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, aus seinem Exil in den USA zu Massendemonstrationen aufgerufen hatte. Der Sicherheitsapparat reagierte darauf mit brutaler Härte. Irans Justizminister Amin-Hussein Rahimi kündigte inzwischen auch ein hartes Vorgehen der Justiz an.

dpa

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