Naher Osten Steht Angriff auf Iran bevor? Personal verlässt US-Airbase in Katar

Satellitenaufnahme des US-Stützpunkts al-Udaid in Katar, rund 300 Kilometer Luftlinie vom Iran entfernt
Satellitenaufnahme des US-Stützpunkts al-Udaid in Katar, rund 300 Kilometer Luftlinie vom Iran entfernt
© Planet Labs PBC / Picture Alliance
Inmitten der verschärften Lage im Iran ziehen die USA Personal teilweise vom wichtigsten US-Militärstützpunkt im Nahen Osten ab – der Vorbote eines militärischen Eingreifens?

Die USA haben einigen ihrer Mitarbeiter Medienberichten zufolge nahegelegt, den US-Militärstützpunkt al-Udaid am Rande der katarischen Hauptstadt Doha zu verlassen. Dabei handele es sich um eine "Vorsichtsmaßnahme", zitierte der US-Sender CNN einen namentlich nicht genannten US-Beamten. Das staatliche Medienbüro in Katar bestätigte in einem Statement entsprechende Medienberichte und verwies darauf, dass diese Maßnahmen als Reaktion auf die "aktuellen Spannungen in der Region" ergriffen würden. 

Die Nachrichtenagentur AFP erfuhr aus Diplomatenkreisen, dass im Fall eines militärischen Eingreifens der USA Vergeltungsangriffe des Iran befürchtet werden. Nachdem sich die USA im Juni vergangenen Jahres dem Krieg Israels gegen den Iran angeschlossen und unterirdische iranische Atomanlagen bombardiert hatten, hatte der Iran als Vergeltung die US-Luftwaffenbasis al-Udaid angegriffen. Die Truppen werden laut NBC News in andere Einrichtungen und Hotels in der Region verlegt.

Donald Trump droht Iran seit Tagen

US-Präsident Donald Trump warnt die autoritäre Führung im Iran seit Tagen vor einer brutalen Niederschlagung der Proteste. Dabei hält er auch die Drohung eines militärischen Eingreifens aufrecht. 

Im Iran gehen die Behörden derzeit brutal gegen Demonstranten vor, die seit gut zwei Wochen gegen die religiöse und politische Führung auf die Straße gehen. Nach Angaben der in Norwegen ansässigen Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) wurden mindestens 734 Menschen getötet. "Die wirkliche Zahl der Getöteten dürfte in die Tausende gehen", erklärte IHR-Chef Mahmud Amiry-Moghaddam.

Die Justizbehörden im Iran kündigten am Mittwoch Schnellverfahren gegen die bei den Protesten festgenommenen Demonstranten an. Aktivisten gehen von tausenden Festnahmen im Zusammenhang mit den Proteste im Iran aus. Sie befürchten zahlreiche Hinrichtungen. Die Staatsanwaltschaft in Teheran hatte zuvor angekündigt, gegen einige "Unruhestifter" die Todesstrafe zu verhängen. US-Angaben zufolge soll eine erste Hinrichtung bereits am Mittwoch vollstreckt werden.

Rund 10.000 US-Beschäftigte auf Militärstützpunkt al-Udaid 

US-Präsident Donald Trump drohte der Islamischen Republik im Falle der Hinrichtung festgenommener Demonstranten mit einer scharfen Reaktion. Den protestierenden Menschen im Iran hatte er zuvor Unterstützung zugesichert. "Hilfe ist unterwegs", hatte Trump am Dienstag in Richtung der Demonstranten im Iran gesagt. Wie genau die Unterstützung aussehen könnte, verriet der US-Präsident nicht.

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Der Militärstützpunkt al-Udaid ist einer der wichtigsten US-Stützpunkte im Nahen Osten. Dort sind Berichten zufolge normalerweise rund 10.000 Soldaten und ziviles Personal stationiert. Der Stützpunkt ist auch die Kommandozentrale des US-Militärs in der Region. Das Hauptquartier des US-Regionalkommandos (Centcom) für den Nahen Osten liegt in Tampa im Bundesstaat Florida.

Aktuell sind im Nahen Osten rund 40.000 Soldaten und andere US-Militärangehörige stationiert, viele davon auf Kriegsschiffen. Zu den dauerhaften Stützpunkten zählen auch Einrichtungen in Bahrain, Kuwait, Saudi-Arabien wie auch im Irak, Syrien und Jordanien.

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde aktualisiert.

DPA · AFP
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