Strausberg hat eine neue Bürgermeisterin - für rund vier Wochen. Annette Binder (parteilos) trat das Amt im Rathaus nach der von Querelen überschatteten Wahl an. Doch ihre Amtszeit währt nur kurz - und im Herbst soll neu gewählt werden.
Wie kommt es zu dem Kurzzeit-Amt?
Aus der Bürgermeister-Stichwahl Ende März ging Binder als Siegerin hervor. Doch die Abstimmung wurde hinterher für ungültig erklärt, nachdem es mehrere Wahleinsprüche gab. Seit Monaten stand der Verdacht der Wahlmanipulation im Raum, es kam zu einem Rechtsstreit.
Aber weil die Stichwahl doch stattfand und Binder ihren Wahlsieg auch offiziell annahm, muss sie vorerst als Bürgermeisterin ran. Allerdings nur so lange bis die Überprüfung der Wahl bis Anfang Juni formell beendet sei, sagte eine Landkreis-Sprecherin. Denn erst dann ist die Frist für mögliche Klagen abgelaufen und die Wahl wäre endgültig annulliert.
Damit verliert Binder ihr Amt wieder. Die Kämmerin der 28.000 Einwohner-Stadt übernehme dann die Aufgabe, hieß es vom Landkreis als Kommunalaufsichtsbehörde.
"Herzklopfen" bei Bürgermeisterin
Bei Instagram schrieb Binder, sie freue sich auf die Zeit als Bürgermeisterin. "Ein bisschen Respekt gehört dazu, ein bisschen Herzklopfen auch." Sie will bei der Neuwahl wieder antreten, wie sie vor einiger Zeit angekündigt hatte. Ein neu angesetzter Termin war noch offen.