Nahost-Konflikt
Polizei-Schutz durch Krieg in Nahost verstärkt gefordert

Ein Polizist geht vor dem jüdischen Gemeindehaus in Charlottenburg entlang. (Archivbild) Foto: Markus Lenhardt/dpa
Ein Polizist geht vor dem jüdischen Gemeindehaus in Charlottenburg entlang. (Archivbild) Foto
© Markus Lenhardt/dpa
Nach der Eskalation in Nahost hat die Polizei in Berlin mehr Kräfte mobilisiert. Sensible Einrichtungen stehen unter besonderer Beobachtung. Eine Herausforderung. Hilft künftig die KI?

Infolge des islamistischen Terrorangriffs auf Israel und der aktuellen Eskalation in Nahost werden mehr Gebäude in Berlin geschützt. Aktuell bewacht der Objektschutz der Polizei insgesamt 1.132 gefährdete Objekte, darunter 174 jüdisch-israelische Gebäude, wie die Behörde auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Ende 2024 wurden nach damaligen Angaben der Polizei 1.085 gefährdete Gebäude geschützt. 

Die Beamten stehen vor Botschaften, Synagogen und anderen Einrichtungen oder fahren diese regelmäßig an. Bei der Bewachung werden die derzeit 1.483 Objektschützer von Polizistinnen und Polizisten unterstützt. Deren Anzahl hängt laut Polizei von der jeweiligen Lage ab. 

Derzeit unterstützen 400 voll ausgebildete Polizisten die zahlreichen Wachleute, wie Polizeipräsidentin Slowik Meisel im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses sagte. Das könne kein Dauerzustand sein.

Hilfe durch Einsatz von KI? 

Eine Hilfe könnte Videoüberwachung mit KI-Auswertung sein. Man wolle die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz prüfen und in die Praxis überführen, sagte Innenstaatssekretär Christian Hochgrebe (SPD) im Ausschuss. Zunächst soll diese Technik am Roten Rathaus, am Abgeordnetenhaus und an der Senatsverwaltung für Inneres getestet werden. Später soll sie auch an gefährdeten Botschaften eingesetzt werden, wie es hieß. 

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bezeichnete die Situation im Zentralen Objektschutz als "absolute Katastrophe". Nach ihren Angaben werden seit Monaten 350 bis 400 Beamtinnen und Beamte zur Verstärkung des Objektschutzes abgestellt. "Sie reißen auf den Abschnitten, in den Hundertschaften und Kommissariaten gravierende Lücken", erklärte der Berliner GdP-Landesvize Thorsten Schleheider.

GdP fordert Unterstützung vom Bund 

Angesichts der Herausforderung für die Polizei forderte Schleheider erneut mehr Unterstützung vom Bund. Globale Ereignisse hätten immer Auswirkungen auf die Sicherheitslage in der Hauptstadt. Die Berliner Polizei sei personell jedoch "nicht für die Folgen von kriegerischen Auseinandersetzungen aufgestellt". "Der Schutz von Botschaften und vielen anderen gefährdeten Objekten kann nicht allein Berliner Aufgabe sein, sondern hat internationale Bedeutung und sollte dementsprechend durch den Bund übernommen werden", sagte der GdP-Landesvize.

dpa

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