Protest
"Frauenstreik" für mehr Gleichstellung in Berlin

Am Brandenburger Tor machten viele Frauen ihrem Unmut über Benachteiligung Luft. Foto: Fabian Sommer/dpa
Am Brandenburger Tor machten viele Frauen ihrem Unmut über Benachteiligung Luft. Foto
© Fabian Sommer/dpa
In Berlin fordern Hunderte mehr Rechte für Frauen – und setzen dabei auf eine andere Protestform. Auch in anderen deutschen Städten gehen Menschen auf die Straße. Was steckt dahinter?

Hunderte Menschen haben am Brandenburger Tor in Berlin im Rahmen eines sogenannten "Generalstreiks" für mehr Frauenrechte demonstriert. Ziel der Aktion sei gewesen, bezahlte und unbezahlte Arbeit symbolisch zu unterbrechen und sichtbar zu machen, wie stark Gesellschaft und Wirtschaft von der Arbeit von Frauen abhängen, so die Initiative namens "Enough! Genug!", die zu dem Protest aufgerufen hatte. Nach Angaben der Sprecherin Rita Schuhmacher gingen unter anderem auch in Bonn, Köln, Tübingen, München oder Bremen Menschen auf die Straße.

Die Kundgebung in Berlins Mitte sowie einige dezentrale Veranstaltungen einen Tag nach dem internationalen Frauentag waren der Initiative zufolge Teil eines "Globalen Frauen* Generalstreiks". Laut Veranstalter kamen bis zu 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Kundgebung. Die Polizei zählte rund 700 Demonstranten. Auf Plakaten war unter anderem zu lesen "Frauen sind die stabilste Säule der Gesellschaft", "Ohne uns steht alles still" oder "Verbrennt das Patriarchat. Es war lange genug da."

Frauen stellten rund die Hälfte der Weltbevölkerung, hätten aber weiterhin deutlich weniger politische und wirtschaftliche Macht als Männer, hieß es von der Initiative. Um dagegen vorzugehen, seien schärfere Instrumente als Petitionen und "geduldige Demonstrationen" nötig, daher nun der "Streik". 

Am internationalen Frauentag selbst am Sonntag hatten in Berlin mehrere Zehntausend Menschen für Gleichberechtigung demonstriert. Nach Angaben der Berliner Polizei beteiligten sich insgesamt 40.000 Menschen an diversen Veranstaltungen.

dpa