Prozesse
19-jähriger Sohn wegen Angriffs auf Mutter vor Gericht

Ein 19-Jähriger steht wegen Gewalt gegen seine Mutter vor Gericht. (Symbolbild) Foto: Jens Kalaene/dpa
Ein 19-Jähriger steht wegen Gewalt gegen seine Mutter vor Gericht. (Symbolbild) Foto
© Jens Kalaene/dpa
Die Mutter erwischt ihren Sohn beim Konsum von Drogen. Sie verlangt, dass er die Wohnung verlässt. Er soll mit Gewalt reagiert haben. Unter Tränen sagt die Mutter im Prozess aus.

Weil er seine Mutter in deren Wohnung angegriffen und erheblich verletzt haben soll, steht ein 19-Jähriger vor dem Berliner Landgericht. Die Anklage lautet unter anderem auf versuchten Totschlag. 

Der 19-Jährige gab zu Prozessbeginn Gewalt zu. In einem Streit habe er seine Mutter mit Fäusten geschlagen und auch mit einem Messer einschüchtern wollen. Er habe sie aber nicht töten wollen. Dieser Vorwurf schockiere ihn.

Der Sohn hatte sich laut Ermittlungen am 6. Oktober 2025 zu einem Besuch bei seiner Mutter in Berlin-Pankow angemeldet, um zu essen und zu duschen. Sie habe ihn dann beim Konsum von Drogen ertappt und ihn aufgefordert, ihre Wohnung zu verlassen. 

Er soll daraufhin Gegenstände in ihre Richtung geworfen, sie mit einem Messer attackiert, mit der Faust geschlagen und an den Haaren gezogen haben. Schließlich habe er seinen Arm um ihren Hals gelegt und etwa eine Minute lang fest zugedrückt, heißt es in der Anklage.

Mutter: "Warum hast du das gemacht?"

Die Mutter sagte als erste Zeugin im Prozess aus – unter Tränen. "Er hat mich durch die ganze Wohnung geschlagen", schilderte die 38-Jährige. Als sie die Polizei alarmieren wollte, habe er zu einem Messer gegriffen. "Er wollte auf mich einstechen, mein Neffe konnte noch dazwischengehen". Zuletzt habe er sie gewürgt, bis sie keine Luft mehr bekommen habe. Weinend sprach die Mutter ihren angeklagten Sohn an: "Warum hast du das gemacht?"

Der Angeklagte, der vorbestraft ist und zur Tatzeit keinen festen Wohnsitz hatte, wurde etwa zwei Wochen nach der Tat festgenommen. Er ist seitdem in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind sechs weitere Verhandlungstage bis zum 19. Mai vorgesehen.

dpa