Es gibt nicht viele Künstler, auf die der Begriff Jahrhundertschauspieler passt. Bei Mario Adorf ist diese Bezeichnung angemessen. Angefangen hatte seine Schauspielkarriere bereits 1954, seine erste Rolle hatte er in dem Kriegsfilm „08/15“.
Geboren wurde Adorf am 8. September 1930 in Zürich als uneheliches Kind, die Mutter war Deutsche, der Vater Italiener. Seinen Durchbruch als Schauspieler feierte er schon sehr früh. 1957 überzeugte er in „Nachts, wenn der Teufel kam“ als angeblicher Frauenmörder.
Adorf war zunächst auf die Rolle des Schurken abonniert. 1963 spielte er im ersten „Winnetou“-Film den Ganoven Santer, der Winnetous Schwester Nscho-tschi tötete. In den 60er-Jahren wurde er auch in internationalen Filmproduktionen gebucht. Adorf zog damals nach Rom und spielte in vielen italienischen Filmen mit.
Mario Adorf wird zum Charakterdarsteller
Durch den Neuen Deutschen Film entwickelte Adorf sich in den 1970er-Jahren zum Charakterdarsteller weiter, Regisseur Volker Schlöndorff besetzte ihn in „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ und danach in der mit einem Oscar gekrönten Günter-Grass-Verfilmung „Die Blechtrommel“. Legendär wurde seine Darstellung des publicitygeilen Generaldirektors Haffenloher in Helmut Dietls Serie „Kir Royal“. Auch seine Auftritte in den Dieter-Wedel-Mehrteilern „Der große Bellheim“, „Der Schattenmann“ oder „Die Affäre Semmeling“ bescherten ihm ein Millionenpublikum.
Nun ist Mario Adorf im Alter von 95 Jahren in seiner Pariser Wohnung gestorben.