Im Zentrum von Westerland auf Sylt ist das große Beton-Vordach eines Mehrfamilienhauses mit Geschäften auf den Bürgersteig gestürzt. Verletzt wurde dabei nach Angaben der Polizei am Montagabend niemand.
„Es war sehr, sehr großes Glück“, sagte Adrian Dahlkamp, Geschäftsführer eines betroffenen Modeladens, der Deutschen Presse-Agentur. Wäre der Sonnenschutz vor dem Geschäft nicht ausgefahren gewesen, hätten sich dort möglicherweise Kunden aufgehalten und von den herabstürzenden Betonteilen getroffen werden können.
Das Gebäude wird als kombinierter Komplex mit Einzelhandel im Erdgeschoss sowie Ferienwohnungen in den oberen Etagen genutzt. „Wir haben bisher keine Ahnung, wie das passieren konnte“, sagte ein Mitarbeiter der zuständigen Hausverwaltung aus Kiel der dpa. Das Gebäude gegenüber dem Schwimmbad „Sylter Welle“ sei vor zwei oder drei Jahren saniert worden - dabei sei auch eine Architektin vor Ort gewesen. Sachverständige und Architekten wollen das Gebäude und den Schaden demnach am Dienstag untersuchen.
Viele Geschäfte müssen zunächst geschlossen bleiben, weil die Schaufenster zersplittert sind und die Eingänge nicht passierbar sind. Das intakte Dach angrenzender Läden wurde mit einem Spezialgerüst abgestützt, um zu verhindern, dass auch hier Betonteile herabstürzen.
Alternative Unterkünfte für Bewohner auf Sylt
Unter anderem seien Notarzt, Feuerwehr und THW im Einsatz gewesen, teilte die Polizei mit. Das Vordach sei auf einer Länge von etwa 30 Metern abgebrochen. Die Bewohner seien vorsorglich kurzzeitig evakuiert worden, konnten anschließend aber in ihre Wohnungen zurückkehren. Für Menschen, die sich dort nicht mehr sicher gefühlt hätten, seien alternative Unterkünfte bereitgestellt worden.
Ein Statiker habe unterdessen festgestellt, dass keine Gefahr für das Haus und die Bewohner bestehe. Die Polizei geht derzeit von Baumängeln als Ursache für den Einsturz aus. Der Schaden wird nach ersten Schätzungen im fünf- bis sechsstelligen Bereich vermutet.
Sylt1-TV berichtete, ein lauter Knall habe Anwohner in der Dr.-Nicolas-Straße in zentraler Lage aufgeschreckt. Wie der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (shz) berichtet, verschaffte sich auch der Ordnungsamtsleiter ein Bild von der Lage.