Kinderbetreuung Studie: Nur jede zehnte Kita in Hamburg mit genug Personal

Wegen stetig sinkender Geburtenzahlen bekommen Eltern inzwischen viel leichter einen Kita-Platz für ihre Kinder - doch was die E
Wegen stetig sinkender Geburtenzahlen bekommen Eltern inzwischen viel leichter einen Kita-Platz für ihre Kinder - doch was die Eltern freut, wird für die Kitas immer mehr zum Problem. (Archivbild) Foto
© Christian Charisius/dpa
Fast 26 Prozent der Kitas in Hamburg müssen mit weniger als 60 Prozent der empfohlenen Personalressourcen auskommen. Wie wirkt sich das auf die Förderung und Chancengleichheit aus?

Nicht einmal jede zehnte Hamburger Kita verfügt laut einer Studie über genug Personal für eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung. Konkret wiesen am 1. März 2024 lediglich 9,5 Prozent der Kindertagesstätten in der Hansestadt die wissenschaftlich empfohlene Personalbesetzung auf, um eine gute frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung für alle Kinder zu gewährleisten, wie es in der Studie "die Personalausstattungsquote in KiTas" der Bertelsmann Stiftung Gütersloh heißt.

Ein Viertel der Kitas mit weniger als 60 Prozent Personalressourcen

Fast 26 Prozent der Kitas stünden dagegen weniger als 60 Prozent der empfohlenen Personalressourcen zur Verfügung. 44,1 Prozent der Kindertagesstätten verfügten demnach über 60 bis 80 Prozent und weitere 20,4 Prozent über 81 bis 100 Prozent. 

Bei der Personalausstattungsquote haben die Experten und Expertinnen der Bertelsmann Stiftung und des Österreichischen Instituts für Familienforschung nach eigenen Angaben berücksichtigt, dass eine Kita-Fachkraft wegen Ausfallzeiten und administrativen Tätigkeiten im Schnitt nur rund zwei Drittel ihrer Arbeitszeit für die unmittelbare pädagogische Arbeit mit Kindern verwenden kann.

Dem Statistikamt Nord zufolge gab es 2024 in Hamburg knapp 1.200 Tageseinrichtungen, in denen von mehr als 22.000 Beschäftigten 85.689 Kinder betreut wurden - und zwar 26.670 Jungen und Mädchen im Krippenbereich, 51.079 im Elementarbereich und 7.940 noch ältere Kinder. Den Anteil von Kindern mit mindestens einem ausländischen Elternteil bezifferte das Statistikamt auf knapp 45 Prozent.

Baden-Württemberg und Bremen mit hoher Personalquote

Im Ländervergleich noch schlechtere Werte weisen der Bertelsmann-Untersuchung zufolge die Kitas in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen auf, wo 84 Prozent mit weniger als 60 Prozent der empfohlenen Personalressourcen auskommen müssen. Die personelle Vollausstattung liege dort bei unter einem Prozent. 

Ganz anders dagegen in Baden-Württemberg und Bremen, wo fast 36 beziehungsweise 32 Prozent eine Personalausstattungsquote von 100 Prozent aufweisen. Weniger als 60 Prozent haben dort nur 4,3 beziehungsweise neun Prozent der Kitas.

"Kitas könnten Kinder in ihrer Bildung und Entwicklung deutlich besser fördern, wenn sie eine bedarfsgerechte Personalausstattung hätten", sagte die Direktorin Bildung und Next Generation der Bertelsmann Stiftung, Anette Stein. Das gelte gerade für Kitas, die Kinder in ihrer Mehrsprachigkeit förderten oder Kinder mit Eingliederungshilfe unterstützten. Denn diese Aufgaben stellten besondere pädagogische Anforderungen dar. "Chancengerechtigkeit kann es nur geben, wenn es gelingt, auf alle Kinder entsprechend ihrer Bedarfe einzugehen", sagte Stein.

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dpa