Die Hamburger Elbphilharmonie ist in einem Ranking der "New York Times" zu den umstrittensten Gebäuden der Welt auf Platz 8 gelandet – noch vor dem von US-Präsident Donald Trump geplanten vergoldeten Ballhaus im Weißen Haus.
Die "Elphi" ist im Gegensatz dazu allerdings aufgrund eines durchaus positiven Effektes auf dieser Liste gelandet. Das weltweit bekannte Konzerthaus an der Elbe zeige, wie sich die öffentliche Wahrnehmung komplett ändern könne, sagte der japanische Architekt Toshiko Mori. Er hat – wie auch der amerikanische Architekt Daniel Libeskind – für die Zeitung die seiner Meinung nach kontroversesten Gebäude der Welt herausgesucht. Der Text erschien am 17. April im "t-Magazine" der "New York Times".
Darin begründet Mori seine Entscheidung für die "Elphi" wie folgt: Sie spiegele wider, "wie Kontroversen mit der Zeit an Bedeutung verlieren", sagte Mori dazu und mit Blick auf heftigen Debatten während der fast zehnjährigen Bauzeit.
Ursprünglich sollte das Konzerthaus 2010 fertiggestellt werden, es wurde 2017. Zudem hatten sich die Kosten von anfangs geplanten 77 Millionen Euro zunächst auf gut 241 Millionen bei Vertragsvergabe erhöht und waren am Ende auf etwa 789 Millionen Euro gestiegen.
Intendant: "Gut, dass über die Elbphilharmonie geredet wird"
"Elphi"-Generalintendant Christoph Lieben-Seutter hat die Liste mit Humor genommen. "Wir fanden das lustig und witzig. Wir haben es eigentlich nur positiv gesehen. Nach dem Motto: "Lustige Konnotation. Wie kommen sie auf die Idee? Gut, dass über die Elbphilharmonie geredet wird"", sagte er während der Pressekonferenz zum Ausblick für die Saison 2026/27.
Mittlerweile aber ist die Elbphilharmonie längst zu dem Wahrzeichen geworden, als das sie gedacht war. Nach der Fertigstellung habe sich die öffentliche Wahrnehmung komplett geändert. "Alle lieben es. Man bekommt keine Tickets mehr", wird Architekt Mori weiter zitiert.
In den Top 10 des Rankings findet sich auf Platz 1 übrigens der Bau des mythischen Turmes von Babel. Das biblische Bauprojekt, mit dem der Himmel erreicht werden sollte, ist Libeskind zufolge "dauerhaft das umstrittensteGebäude, weil es nie fertiggestellt werden kann".