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Gedenkveranstaltung für Neonazi-Opfer: Merkel bittet Angehörige um Verzeihung

Gedenkfeier für die Opfer der Neonazi-Morde: Die Kanzlerin bittet die Angehörigen um Verzeihung für falsche Verdächtigungen. Zwei Angehörige hatten selbst bewegende Auftritte.

Der Saal im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt ist abgedunkelt. Zwölf Kerzen brennen. Für jedes der zehn Opfer der Neonazi-Zelle eine. Außerdem ist eine Kerze entzündet stellvertretend für alle anderen Opfer rechtsextremer Gewalt und eine als Symbol für die gemeinsame Hoffnung und Zuversicht. Um 10:30 Uhr tritt Bundeskanzlerin Angela Merkel in schwarz gekleidet vorn ans Pult. Hinter ihr hängt eine glänzende Deutschlandflagge.

Sie beginnt mit ruhiger Stimme die Rede, die eigentlich der Bundespräsident hätte halten sollen. Sie bittet um schweigendes Gedenken. "Mit diesem Schweigen ehren wir die Opfer der Mordserie", sagt die Kanzlerin. Sie nennt jeden Namen der zehn Opfer und sagt ein paar Sätze zu jedem. "Er glaubte als Geschäftsmann an seine Zukunft in Deutschland." Oder: "Er hat seinen Traum von einem Blumenladen erfüllt." Sie nennt die über mehr als zehn Jahre von den Behörden unentdeckten Verbrechen "beispiellos für unser Land".

Gut drei Monate nach Aufdeckung der Mordserie von Neonazis demonstrieren Staat und Gesellschaft am Freitag Entschlossenheit im Kampf gegen Rechtsextremisten. Zeitgleich zum Staatsakt in Berlin wurde mit einer bundesweiten Schweigeminute Punkt 12 der zehn Opfer gedacht. In Berlin und Hamburg ruhte der öffentliche Nahverkehr am Mittag für eine Minute. Bei Porsche, Daimler oder Audi wurde für eine Minute nicht gearbeitet. Vielerorts gab es Trauerbeflaggung.

Die bewegenden Worte der Angehörigen

Zu den Teilnehmern der Feier gehörten Vertreter aller Verfassungsorgane, die meisten Ministerpräsidenten der Länder und eine Delegation des türkischen Parlaments. Eingeladen wurden auch Schulklassen und Sportvereine, die sich im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit engagieren. 1200 Gäste verfolgten die gut einstündige Feier.

Sie beeindruckte der Auftritt von Semiya Simsek und Gamze Kubasik, zwei Töchter von Opfern. Die heute 25-Jährige Simsek war 14 Jahre alt, als ihr Vater an einem Blumenstand erschossen wurde. Sie hoffe auf "eine Zukunft, die von mehr Zusammenhalt geprägt ist", sagte sie in ihrer Ansprache. Die Gesellschaft müsse "brüderlich wie ein Wald" sein. "Das ist unsere Sehnsucht." Sie hatte vor der Gedenkfeier die Behörden kritisiert. Die Familie habe mit falschen Verdächtigungen leben müssen, zeitweise habe sogar ihre Mutter als Tatverdächtige gegolten, klagte die Tochter.

Andere Töne schlug der Vater des 2006 ermordeten Halit Yozgat an. Doch auch er beeindruckte und schilderte, wie sein Sohn in seinen Armen starb. Yozgat dankte Merkel für ihre Rede - und er dankte auch Christian Wulff. Dafür, dass der diese Veranstaltung möglich gemacht habe. "Wir sind seine Gäste. Wir bewundern ihn", sagte Yozgat über den Ex-Bundespräsidenten. Er dankte für das Angebot finanzieller Unterstützung, betonte aber, Geld wolle seine Familie nicht annehmen. Sie bitte um seelischen Beistand. Statt materieller Entschädigung habe er drei Wünsche. "Unser erster Wunsch ist, dass die Mörder gefasst werden."

Das Vertrauen seiner Familie in die deutsche Justiz sei groß, sagte Yozgat. Bei einigen Leidensgenossen wird dies nicht mehr der Fall sein. Merkel entschuldigte sich bei den Angehörigen für die falschen Verdächtigungen. Es sei besonders beklemmend, dass sie zu Unrecht unter Verdacht gestanden hätten. "Dafür bitte ich Sie um Verzeihung", sagte Merkel. Die Ermittler waren bei der Mordserie in einigen Fällen zunächst unter anderem von Straftaten im Drogen-Milieu ausgegangen und hatten Ermordete und Angehörige verdächtigt, darin verstrickt zu sein.

Die Kanzlerin betonte, überall, wo an den Grundfesten der Menschlichkeit gerüttelt werde, sei Toleranz fehl am Platz. "Die Morde der Thüringer Terrorzelle waren auch ein Anschlag auf unser Land. Sie sind eine Schande für unser Land."

ben/fro/DPA/Reuters/AFP / DPA / Reuters
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.