Kosten für Olympiabewerbung
Linke setzt im Streit um Olympiabewerbung auf Rechnungshof

Die Linksfraktion will den Hamburger Rechnungshof mit der Prüfung der vom Senat geplanten Olympiabewerbung beauftragen. (Archivb
Die Linksfraktion will den Hamburger Rechnungshof mit der Prüfung der vom Senat geplanten Olympiabewerbung beauftragen. (Archivbild) Foto
© Marcus Brandt/dpa
Die Linken sind gegen eine erneute Bewerbung Hamburgs um die Ausrichtung Olympischer Spiele. Mit nachhaltiger Finanzwirtschaft sei das nicht vereinbar, heißt es.

Im Streit um die Bewerbung Hamburgs für die Ausrichtung Olympischer Spiele setzen die Linken auf den Rechnungshof. Die Bürgerschaft solle ihn beauftragen, sich in einem Gutachten zur Vereinbarkeit einer solchen Bewerbung mit dem Ziel einer nachhaltigen Finanzwirtschaft zu äußern, heißt es in einem Antrag für die Bürgerschaftssitzung in der kommenden Woche. 

Der rot-grüne Senat befürwortet eine Bewerbung Hamburgs um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Ende Mai sollen die Hamburgerinnen und Hamburger darüber abstimmen.

Rechnungshof äußerte schon 2015 bedenken 

Schon 2015 habe der Rechnungshof Bedenken hinsichtlich einer geplanten Bewerbung geäußert und dabei unter anderem "erhebliche Planungs- und typische Kostensteigerungsrisiken" angeführt, so die Linke. 

"Zehn Jahre später hat sich ein Großteil der Rahmenbedingungen für die Bewerbung und Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele nicht gravierend geändert", heißt es in dem Antrag. Auch weiterhin würden die meisten Risiken bei der ausrichtenden Stadt und dem Land verbleiben.

2015 hatten sich die Hamburgerinnen und Hamburger in einer Volksabstimmung gegen die Bewerbung ihrer Stadt ausgesprochen.

Linke: Prüfung durch Rechnungshofs soll selbstverständlich sein 

"Der Senat sagt immer wieder, dass die aktuelle Bewerbung ganz anders und die finanziellen Belastungen für die Stadt geringer seien als 2015", sagte Co-Vorsitzende der Linksfraktion, Heike Sudmann. "Dass Paris für die Spiele 2024 über sechs Milliarden Euro ausgegeben hat, sagt der Senat aber lieber nicht."

Eine Bewertung der finanziellen Risiken durch den neutralen Rechnungshof sollte für Senat und Bürgerschaft eine Selbstverständlichkeit sein, sagte Sudmann. "Wer keine Angst vor dem Rechnungshof und seinen Erkenntnissen hat, kommt um eine Zustimmung zu unserem Antrag nicht herum."

dpa

Mehr zum Thema