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Erhöhte Strahlung in Fukushima: Japan fürchtet um Olympiabewerbung

Am Samstag entscheidet sich, ob Tokio die Olympischen Spiele 2020 austragen darf. Zum Problem könnte die extrem erhöhte radioaktive Strahlung werden, die am Wochenende in Fukushima gemessen wurde.

In Japan gibt es Befürchtungen, dass die gestiegene Strahlung in Fukushima, die Chancen für Tokio auf einen Zuschlag für die Olympischen Spiele 2020 mindert. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) entscheidet am Samstag in der Schweizer Stadt Lausanne zwischen den Bewerberstädten Tokio, Madrid und Istanbul. Japans Hauptstadt liegt etwa 230 Kilometer von der Unglücksstelle entfernt. Nach offiziellen Angaben der japanischen Regierung ist die radioaktive Belastung in Tokio nicht höher als in London oder New York.

Nachdem am Wochenende in der Ruine des Atomkraftwerks Fukushima eine extrem erhöhte Strahlenbelastung gemessen wurde, hat Premierminister Shinzo Abe ein schnelles Eingreifen durch die Regierung angekündigt. Einem ranghohen Regierungsmitglied zufolge wird am Dienstag vorgestellt, wie mit dem verseuchten Wasser aus den Reaktoren umgegangen werden soll. Die Betreiberfirma Tepco kann die Bevölkerung nicht mehr von ihren Fähigkeiten überzeugen, die Lage in den Griff zu bekommen.

Kein Vertrauen in Tepco

Der Energiekonzern Tepco hatte am Sonntag mitgeteilt, dass die radioaktive Belastung an einem Wassertank um das 18-fache gestiegen sei. Die Dosis ist nun so hoch, dass sie binnen vier Stunden zum Tod führen kann.

Das japanische Regierungskabinett werde voraussichtlich noch in dieser Woche über die Finanzierung der Aufräumarbeiten in Fukushima beraten, kündigte Tadamori Oshima von der liberal-demokratischen Partei an. Er ist für den Wiederaufbau nach der Atomkatastrophe zuständig ist. Bereits vor einigen Tagen hatte Tepco mitgeteilt, dass 300.000 Liter verseuchtes, hochradioaktives Wasser aus einem Lagertank ausgelaufen seien. Außerdem wurde ein Leck an einer Verbindung zwischen zwei Wassertanks entdeckt.

ono/Reuters / Reuters

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