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Sommerspiele 2024: Hamburg-Rivale Boston gibt Rennen um Olympia auf

Ein Konkurrent weniger: Die Stadt Boston - bisher als Favorit gehandelt - hat ihre Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 zurückgezogen. Ins Rennen gehen wollen nun noch Hamburg, Paris, Rom, Budapest und Toronto.

Flaggen mit den Olympischen Ringen und dem Wappen von Hamburg hängen neben einem Straßenkaffee am Rathausmarkt in Hamburg.

Hamburg will sich für Olympia 2024 bewerben. Mit Boston hat nun der bisher größte Konkurrent ausgeschieden

Hamburg hat einen Konkurrenten weniger im Rennen um die Austragung der Olympischen Spiele 2024. Boston werde seine Bewerbung zurückziehen, teilte das Olympische Komitee der USA am Montag mit. Man sei nicht in der Lage gewesen, die Mehrheit der Bostoner Bürger für das Projekt zu begeistern. Daher hätte sich die Stadt nicht gegen die Bewerbungen aus Hamburg, Paris, Rom, Budapest und Toronto durchsetzen können.

Los Angeles als möglicher Kandidat für die USA

Das nationale Komitee der USA (USOC) spricht von einer "einvernehmlichen Entscheidung". "Boston 2024" habe seine Zuversicht zum Ausdruck gebracht, mit mehr zeit auch die nötige öffentliche Unterstützung bekommen zu können, um die Spiele zu holen. "Sie haben aber auch erkannt, dass wir keine Zeit mehr haben, wenn das USOC die Kandidatur einer anderen Stadt in Betracht zieht", hieß es in der ausführlichen Erklärung auf der USOC-Homepage. Bis zum 15. September müssen die Kandidaturen beim Internationalen Olympischen Komitee eingereicht werden. Daher will sich das nationale Komitee nun umgehend nach einer Alternative umsehen. Als möglicher Kandidat gilt Los Angeles, das 1932 und 1984 schon Schauplatz der Spiele war.

Bostons Bürgermeister Marty Walsh hatte zuvor erneut betont, dass er die geplante Olympia-Bewerbung der US-Stadt nur unterstützen wollte, wenn sie komplett privat finanziert würde. Walsh sagte am Montag, er werde kein Dokument unterzeichnen, "das einen Dollar Steuergeld für einen Penny an Mehrkosten für Olympia aufs Spiel setzt". Das Stadtoberhaupt spielte damit auf den entsprechenden Vertrag an, den die Gastgeberstadt von Olympischen Spielen abschließen muss.

Die Zeit wird knapp

Während Deutschland vorbehaltlich der Zustimmung der Bevölkerung mit Hamburg ins Bewerbungsrennen gehen will, war die Lage in Boston weniger eindeutig. Das USOC wollte am Montag beim Gouverneur des US-Bundesstaates Massachusetts, Charlie Baker, eigentlich auf Unterstützung für Boston drängen. Baker kündigte zuletzt jedoch an, zunächst einen Prüfbericht abwarten zu wollen. Das USOC sah sich nun offenbar zum Handeln gezwungen, da die Zeit bis zur Abgabe der Kandidatur drängt. Das Thema dürfte auch während der Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in dieser Woche in Kuala Lumpur eine Rolle spielen.

 "Wir sind zuversichtlich, dass die USA die richtige Wahl treffen und bis zum 15. September einen starken Kandidaten vorstellen können", hieß es am Dienstag in einer Stellungnahme des IOC. Das USOC habe klar gemacht, dass es weiterhin sehr gern eine US-Stadt als Gastgeber der Sommerspiele 2024 haben möchte. "Wir sind immer noch in der Einladungsphase, und die ist dafür da, dass die Nationalen Olympischen Komitees und Städte erkunden können, ob eine Bewerbung möglich ist", hieß es weiter in der IOC-Mitteilung.

jen / Reuters / DPA

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