Organisierte Kriminalität
Großangelegte Durchsuchungen wegen Verdacht auf Geldwäsche

Rund 250 Beamten sind an den Durchsuchungen beteiligt (Symbolbild). Foto: Marcus Brandt/dpa
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Die Polizei beschlagnahmt bei Durchsuchungen Immobilien im Gesamtwert von rund 2,6 Millionen Euro. Die Ermittlungen richten sich auch gegen Personen aus dem Rockerumfeld.

Rund 250 Einsatzkräfte durchsuchen seit dem Morgen im Zusammenhang mit dem Verdacht der Geldwäsche 14 Objekte in Kiel, Flensburg und Harrislee bei Flensburg. Unter anderem sollten Beweismittel sichergestellt werden, wie Landeskriminalamt und Generalstaatsanwaltschaft mitteilten. Zudem dienten die Maßnahmen zur Aufklärung von Geldflüssen, Finanzierungsstrukturen sowie Tatbeteiligten. Es wurden fünf Immobilien in Kiel und Flensburg mit einem Schätzwert von insgesamt rund 2,6 Millionen Euro beschlagnahmt und Vermögenswerte in Höhe von rund 540.000 Euro gesichert.

Geld für Immobilien stammt mutmaßlich aus Straftaten

Es besteht den Angaben zufolge der Verdacht, dass Menschen, die nach Einschätzung der Ermittlungsbehörden der organisierten Kriminalität zuzurechnen sind, erhebliche Einnahmen aus Straftaten verschleiert und in den legalen Wirtschaftskreislauf eingeschleust haben. 

Dazu sollen unter anderem über Strohleute Immobilien in Kiel und Flensburg erworben worden sein. Die Kaufpreise sollen mit Geldern finanziert worden sein, die mutmaßlich aus Straftaten stammen, wie zum Beispiel der gewerbsmäßigen Veranstaltung unerlaubten Glücksspiels. 

Den aktuellen Ermittlungen liegen unter anderem Erkenntnisse aus Maßnahmen zur Bekämpfung des illegalen Glücksspiels zugrunde. In diesem Zusammenhang gab es bereits im Dezember 2023 und Dezember 2024 in Kiel-Gaarden große Durchsuchungen. Im Fokus der Ermittlungen stehen insbesondere auch Personen aus dem Umfeld einer Rockergruppierung, wie die Behörden weiter mitteilten.

Schleswig-Holsteins Justizministerin Kerstin von der Decken (CDU) sagte, "die heutigen Maßnahmen zeigen, dass wir der Organisierten Kriminalität und der Geldwäsche entschlossen entgegentreten." Besonders wichtig sei dabei: "Wir nehmen nicht nur Täter ins Visier, sondern auch ihre Vermögenswerte. Denn Straftaten dürfen sich nicht lohnen." 

Finanzministerin Silke Schneider (Grüne) betonte, Steuerhinterziehung und Geldwäsche seien keine Kavaliersdelikte, "sondern untergraben Vertrauen, Sicherheit und Steuergerechtigkeit". Es gelte konsequent gegen Finanzkriminalität vorzugehen.

dpa