Die Stadtreinigung Hamburg (SRH) hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Schrottfahrräder als in den Vorjahren eingesammelt. Bis Ende November entfernten die Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmens 5.597 Alträder aus dem öffentlichen Raum, wie der Senat auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion mitteilte. Im Vorjahr waren 4.542 Fahrradleichen geborgen worden, fast genauso viele wie im Jahr 2023 (4.546). Im Jahr 2022 hatte die Stadtreinigung 4.130 Altexemplare des eigentlich umweltfreundlichen Verkehrsmittels eingesammelt.
Von den sieben Hamburger Bezirken ist den Zahlen nach Eimsbüttel die Hochburg der illegalen Fahrradfriedhöfe. In den vergangenen Jahren entfiel jeweils rund ein Drittel aller Schrottfahrräder auf den eher bürgerlich und studentisch geprägten Bezirk. In Harburg und Bergedorf bewegt sich die Zahl der eingesammelten Fahrradleichen zwischen 50 und 200 pro Jahr.
Einschreiten bei Gefahr für Verkehrssicherheit
Unter der Überschrift "Wir gehen den Leichen an die Speichen" schreibt die Stadtreinigung auf ihrer Internetseite: "Schrottreife und offensichtlich aufgegebene Fahrräder machen einen ungepflegten Eindruck, blockieren knappe Abstellmöglichkeiten und beeinträchtigen die Verkehrssicherheit. Deshalb muss der Fahrradschrott weg."
Polizei oder Mitarbeiter der Bezirksämter kennzeichnen ein solches Gefährt zunächst mit einem leuchtend roten Aufkleber, auf dem eine Frist vermerkt ist. Mindestens 14 Tage lang hat der Eigentümer Zeit, das Rad zu entfernen. Dann kann die Stadtreinigung es abholen. Stellt das Rad eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung dar, kann es auch innerhalb von 24 Stunden verschrottet werden.
Alte Fahrräder können kostenlos auf den Hamburger Recyclinghöfen abgegeben werden. Der Fahrradclub ADFC empfiehlt, noch reparierbare Räder gemeinnützigen Vereinen zu überlassen.