Arbeitskampf Hamburger Müllabfuhr vor Streik


Nachdem am Freitag die letzte Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern gescheitert ist, drohen in Hamburg ab Mitte Februar Streiks.

Die Hamburger müssen sich auf einen Streik der Stadtreinigung einstellen. Eine Urabstimmung am Dienstag und Mittwoch werde über den Arbeitskampf entscheiden, sagte Verdi-Landesleiter Wolfgang Rose am Montag. Die Streikbereitschaft sei hoch.

Wie lange der Müll in der Hansestadt liegen bleibe, hänge davon ab, ob der Senat von seinen Plänen für längere Arbeitszeiten im öffentlichen Dienst abrücke. Warnstreiks könnte es auch in Krankenhäusern, auf dem Flughafen, in Theatern und Bücherhallen geben, erklärte Rose. In der vergangenen Woche waren die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und der Arbeitsrechtlichen Vereinigung der Stadt gescheitert.

Der letzte größere Streik im öffentlichen Dienst liegt 14 Jahre zurück. Damals wurde der Müll in Hamburg elf Tage lang nicht abgefahren. "Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hat es in der Hand, einen Arbeitskampf abzuwenden", so Rose weiter. Bei Schnee und Eis wird es nach seinen Worten aber einen Notdienst für die Straßen geben. Wenn der Senat einlenke, "können wir die Urabstimmung noch abblasen", betonte der Gewerkschafter. In Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hamburg hatten die Kommunalen Arbeitgeberverbände die Tarifregelungen zur Arbeitszeit gekündigt, um sie auch in den städtischen Betrieben von 38,5 auf 40 Stunden pro Woche zu erhöhen.

Die rund 2500 Beschäftigten der Stadtreinigung arbeiten nach den Worten von Rose schon jetzt "am Limit". Müllmänner seien täglich viele Kilometer zu Fuß unterwegs und müssten im Durchschnitt mehr als 500 Müllbehälter täglich bewegen. Bei einer Verlängerung der Arbeitszeit drohe infolge Personalabbaus eine weitere Verschärfung der Arbeitsbedingungen.

Falls der Senat mit seinen Plänen für längere Arbeitszeiten durchkomme, drohe der "größte Personalabbau der Nachkriegszeit", meint der Verdi-Chef. Insgesamt könnten 2500 Beschäftigte im öffentlichen Dienst um ihre Jobs gebracht werden. Arbeitszeitverlängerung führe zu Lohnkürzung, mehr Arbeitslosigkeit, mehr Stress und weniger Gesundheit sowie weniger Kaufkraft, betonte Rose.

DPA/AP AP DPA

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