Lange wurde darum gestritten, nun soll es losgehen: Die Bauarbeiten für den ersten niedersächsischen Abschnitt der Küstenautobahn A20 zwischen Westerstede (A28) und Jaderberg (A29) nahe Oldenburg sollen in diesem Frühjahr beginnen. Geplant sei der Baustart im zweiten Quartal, teilte die Autobahngesellschaft des Bundes auf dpa-Anfrage mit.
Bislang endet die A20 vom polnischen Stettin kommend östlich von Bad Segeberg in Schleswig-Holstein. Der Bund plant, die Autobahn bis nach Niedersachsen zu verlängern. So sollen die Nord- und Ostseeanrainerstaaten näher zusammenrücken und die Hinterlandanbindung der deutschen Seehäfen verbessert werden. Dafür sind auch neue Tunnel unter Elbe und Weser geplant.
Der 13 Kilometer lange Abschnitt zwischen Westerstede und Jaderberg ist der erste von sieben Abschnitten der insgesamt 114 Kilometer langen A20 in Niedersachsen. Zuerst hatte kürzlich die "Nordwest-Zeitung" berichtet.
Jahrelanger Streit um ersten Bauabschnitt
Für den ersten Bauabschnitt rechnet die Autobahn GmbH mit einer Bauzeit von mindestens drei bis vier Jahren. Zunächst sollen einzelne Brücken- und Querungsbauwerke entstehen – 21 Stück insgesamt. Danach soll die Trasse der vierspurigen Autobahn gebaut werden. "Belastbare Angaben zur Fertigstellung des Abschnittes können angegeben werden, wenn die Hauptarbeiten vergeben worden sind", teilte ein Sprecher der Autobahngesellschaft mit. Für den ersten Abschnitt werden die Baukosten auf mindestens 300 Millionen Euro geschätzt.
Um den Bau des ersten Autobahnabschnitts in Niedersachsen haben Gegner und Befürworter jahrelang gerungen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und mehrere Landwirte hatten dagegen geklagt. Aus ihrer Sicht hat das Vorhaben schwere Schäden für Moore und Wälder zur Folge. Da der BUND aber zuletzt eine Klage gegen einen Änderungsbeschluss zurückgenommen hatte, gilt seit August 2025 ein Planfeststellungsbeschluss. Das Bundesverkehrsministerium hatte im Dezember grünes Licht für den Bau gegeben.
Neuer Protest angekündigt
Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Bremen, begrüßte kürzlich den näher rückenden Baustart. Er betonte, dass die Küstenautobahn einen Beitrag zur Wirtschaftskraft im Norden leisten werde. "Ich hoffe auf einen deutlichen Schub im Ausbau der A20, weil es eine militärstrategisch und geostrategisch wichtige Autobahn ist. Solche Dinge werden beschleunigen und werden einen Impuls auslösen."
Doch neuer Protest ist bereits für Samstag auf dem Schlossplatz in Oldenburg angekündigt. Ein Bündnis um Fridays for Future, dem VCD Landesverband und dem BUND ruft zu der Demonstration unter dem Titel "A20 nie – Verkehrswende jetzt" auf. Die Veranstalter rechnen mit rund 500 Teilnehmern.