Das Unternehmen Traceless hat in Hamburg-Harburg eine Produktionsstätte für Plastikersatz eröffnet. Das Bundesumweltministerium, das das Projekt mit rund fünf Millionen Euro gefördert hat, bezeichnete die Anlage als die weltweit erste ihrer Art. "Solche Ideen brauchen wir für erfolgreichen Klima- und Umweltschutz", sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) laut einer Mitteilung. Schneider zufolge kann das Material, das Traceless erzeugt, konventionelles Plastik ersetzen.
Traceless investiert nach eigenen Angaben mehr als 20 Millionen Euro in die Produktionsstätte. An dem Standort, dem neuen Hauptsitz, sind auch Vertrieb, Entwicklung, Logistik und Verwaltung angesiedelt. Rund 3.000 Tonnen Plastikersatz will Traceless im Jahr herstellen können. Zu den Kunden zählen der Händler Otto und der Verpackungshersteller Mondi, wie es heißt.
Traceless gibt an, den Plastikersatz aus pflanzlichen Reststoffen der Agrarindustrie herzustellen. Genauer gesagt geht es um Nebenprodukte der Getreideverarbeitung. Die von Traceless produzierten Granulate seien selbst kein Plastik. Die neue Produktionsanlage ist dem Unternehmen zufolge teils schon in Betrieb genommen worden. Die Fertigung soll in den nächsten Monaten hochgefahren werden, wie das Unternehmen mitteilte.
Traceless ist den Angaben nach 2020 gegründet worden und beschäftigt etwa 110 Mitarbeiter. Im niedersächsischen Buchholz in der Nordheide betrieb das Unternehmen eine sogenannte Pilotanlage, also eine Testanlage. Traceless plant laut Mitteilung, die Produktionskapazitäten in Zukunft auszubauen. Der Bau einer noch größeren Anlage sei bereits in Planung.