Der verirrte Wolf, der in der vergangenen Woche in einer Hamburger Einkaufspassage eine Frau verletzt hatte, hat laut Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal den gesamten Senat der Hansestadt in Atem gehalten. "Es hat uns natürlich sehr bewegt", sagte die Grünen-Politikerin nach der wöchentlichen Sitzung der Landesregierung im Rathaus. "Wir hatten eine gefühlte Dauerstandleitung alle zueinander." Die Umweltbehörde habe das Thema aber "fest im Griff" gehabt.
Standortdaten des Wolfes werden nicht mitgeteilt
Der junge Wolf war nach Angaben der Umweltbehörde am Ostersonntag, eine Woche nach dem Vorfall in der Einkaufspassage in Altona, mit einem Sender ausgestattet und "auf Bewährung" ausgewildert worden. Zuvor war er in einer Wildtierauffangstation im niedersächsischen Landkreis Schaumburg untergebracht gewesen.
Wo genau der Wolf freigelassen wurde, wird geheim gehalten. Auch der stellvertretende Senatssprecher Dennis Heinert wollte nichts dazu sagen. In der Umweltbehörde wisse man jedoch anhand der Senderdaten, wo sich der Wolf befinde. So könne man im Fall, "dass sich das Tier wieder einer Siedlung nähern würde, dann auch relativ kurzfristig eingreifen", so der Sprecher.
Entscheidung über möglichen Wolfsabschuss nicht in Hamburg
Die Entscheidung, das Tier dann gegebenenfalls doch durch Jäger töten zu lassen, liege dann aber nicht mehr in Hamburger Händen. "Die Verantwortung Hamburgs bezieht sich darauf, dass wir da bestmöglich vorgesorgt haben über den Sender, über die Vorabsprachen. Ansonsten ist es natürlich jetzt nicht planbar, wohin das Tier geht." Die Entscheidung würden dann die lokalen Behörden treffen müssen, sagte Heinert.