Eier
Geflügelkrankheiten und Kosten treiben Eierpreise nach oben

Um fast 14 Prozent haben sich Eier in Hessen im April im Vergleich zum Vorjahresmonat verteuert. (Symbolbild) Foto: Marcus Brand
Um fast 14 Prozent haben sich Eier in Hessen im April im Vergleich zum Vorjahresmonat verteuert. (Symbolbild) Foto
© Marcus Brandt/dpa

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Eier kosten auch in Hessen deutlich mehr als vor einem Jahr. Krankheiten wie die Vogelgrippe und steigende Kosten belasten Landwirte und treiben die Preise nach oben.

Angesichts einer hohen Nachfrage und von Tierverlusten durch Geflügelkrankheiten müssen die Verbraucher auch in Hessen für Eier deutlich mehr zahlen als vor einem Jahr. Sowohl die Vogelgrippe als auch das Newcastle-Virus hätten zur angespannten Lage auf dem Eiermarkt beigetragen, teilte eine Sprecherin des Hessischen Bauernverbandes auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. 

Bundesweit nehme die Nachfrage nach Eiern immer weiter zu. "Der Pro-Kopf-Verbrauch steigt weiterhin jährlich an. Gründe dafür sind die geänderten Ernährungsgewohnheiten der Menschen", so die Sprecherin. Eier seien reich an Protein und ließen sich auch in einer vegetarischen Ernährung als Eiweißquelle nutzen. Die Vogelgrippe und das Newcastle-Virus hätten allerdings auch dafür gesorgt, dass große Tierbestände getötet worden seien zur Seuchenprävention, "und diese Legehennenplätze fehlen für die Produktion von Eiern".

Hohe Kosten belasten Landwirte

Zusätzlich seien die Preise für Kraftstoffe, Dünger und Futtermittel stark gestiegen und der Handel habe, wie bei allen Lebensmitteln, die Preise erhöht. Bei Landwirten mit Legehennen-Beständen komme diese Preiserhöhung nicht oder nur ganz gering an, so die Sprecherin. Der Anstieg der Preise für Eier stehe in keinem Verhältnis zu den Ausgaben und den gestiegenen Kosten, die Landwirte zu tragen hätten. Auch die Seuchenlage bleibe weiterhin angespannt und koste weiterhin viele Tiere.

Landwirte, die ihre Eier über Kontrakte an den Lebensmitteleinzelhandel verkauften, täten dies zu festgesetzten Preisen - die Bezahlung unterliege also keinen Schwankungen. "Lediglich im Bereich der Direktvermarktung besteht die Möglichkeit, die Preise der Marktsituation anzupassen."

Fast 310 Millionen Eier im vergangenen Jahr in Hessen gelegt

Die Zahl der hühnerhaltenden Betriebe nehme zwar nicht in großen Sprüngen zu, doch sei weiterhin ein leichter Anstieg zu verzeichnen, so die Sprecherin. Laut Statistischem Landesamt erzeugten im vergangenen Jahr gut eine Million Legehennen rund 309,6 Millionen Eier. Damit legte eine Henne in Hessen durchschnittlich 296 Eier pro Jahr. 

Die Preise für Nahrungsmittel insgesamt hatten den Statistikern zufolge in Hessen im April um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat angezogen. Für Eier mussten die Verbraucher beträchtlich mehr zahlen - sie verteuerten sich im April im Jahresvergleich um 13,9 Prozent. Bundesweit zogen die Eierpreise auf dieser Basis sogar um 14,6 Prozent an.

dpa