Der Gesundheitskonzern Fresenius verlängert nach einem erneuten Gewinnanstieg den Vertrag mit Vorstandschef Michael Sen vorzeitig. Das teilte das Dax-Unternehmen in Bad Homburg mit. Zuvor hatte die Finanznachrichtenagentur dpa-AFX aus Kreisen über die Personalie berichtet. Damit läuft der Vertrag von Sen um fünf weitere Jahre bis 2031.
Fresenius hat ein weiteres starkes Jahr hinter sich. Der Umsatz stieg 2025 dank Zuwächsen in der Medikamentensparte Kabi und bei der Klinikkette Helios um fünf Prozent auf 22,5 Milliarden Euro. Im Tagesgeschäft wuchs der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) um gut vier Prozent auf 2,6 Milliarden Euro.
Der frühere Siemens- und Eon-Manager Sen war im April 2021 zu Fresenius gekommen, zunächst als Leiter der Pharmasparte Kabi. Im Oktober 2022 übernahm er dann den Vorstandsvorsitz beim Konzern, der damals in der Krise steckte.
Entflechtung von Fresenius Medical Care
Unter Sens Führung wurde das Bad Homburger Dax-Unternehmen radikal umgebaut. Dabei ging der Manager konsequent vor: Randbereiche wie die Kinderwunsch-Klinikkette Eugin wurden verkauft, Strukturen verschlankt, und Fresenius zog sich weitgehend aus der verlustträchtigen österreichischen Tochter Vamed zurück.
Auch wurde die frühere enge Verflechtung mit dem Dialysespezialisten Fresenius Medical Care (FMC) gelöst. Inzwischen wird die frühere Blutwäsche-Tochter nur noch als Finanzbeteiligung geführt, Fresenius ist aber weiter größter Aktionär. Damit schnitt Sen Fresenius auf die Pharma-Tochter Kabi und das Klinikgeschäft bei Helios zu, wo er parallel Sparprogramme einläutete. In der Folge verbesserten sich die Ergebnisse des Unternehmens wieder, binnen drei Jahren verdoppelte sich der Aktienkurs fast.