Wilhelm Fresenius Der "Nutella"-Prüfer ist tot


Der Chemiker und Lebensmitteltester Prof. Wilhelm Fresenius ist tot. Das von ihm begründete gleichnamige Institut ist unter anderem durch das Prüfsiegel auf "Nutella"-Gläsern und zahlreichen Mineralwassersorten bekannt.

Wie das Fresenius-Institut in Taunusstein bei Wiesbaden bestätigte, starb der "Vater der deutschen analytischen Chemie" überraschend bereits am vergangenen Samstag im Alter von 91 Jahren in Wiesbaden. Fresenius war Geschäftsführer des Labordienstleisters "Institut Fresenius" und ehemaliger Rektor der "Europa Fachhochschule Fresenius".

Der gebürtige Berliner übernahm nach Chemiestudium, Promotion und Assistententätigkeit an der Universität Frankfurt 1949 die alleinige Leitung des von seinem Urgroßvater Carl Remigius gegründeten Chemischen Laboratoriums mit der angegliederten Chemieschule. In seiner wissenschaftlichen Arbeit konzentrierte er sich auf die Verbesserung der Qualität von Trink- und Mineralwasser, Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen. Er machte sich auch als Autor von Standardwerken, Dozent und Vorsitzender vieler Fachgremien einen Namen.

Die Evangelische Kirche von Hessen und Nassau (EKHN) würdigte Fresenius als einen ihrer Gründungsväter. Er war fast 40 Jahre lang Mitglied der Synode und viele Jahre Vorsitzender des Diakonischen Werkes. In Wiesbaden saß er 20 Jahre als Abgeordneter in der Stadtverordnetenversammlung und war CDU-Fraktionsvorsitzender. Der Vater dreier Kinder war bis zu seinem Tod im Unternehmen präsent und in der Öffentlichkeit aktiv.

DPA


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