Mehrere Verdächtige
Nach Explosionen: Wohnungen durchsucht und Mann verhaftet

Ein Mann wurde in den Niederlanden verhaftet, er ist Hauptverdächtiger in dem Fall. (Symbolbild) Foto: Soeren Stache/dpa
Ein Mann wurde in den Niederlanden verhaftet, er ist Hauptverdächtiger in dem Fall. (Symbolbild) Foto
© Soeren Stache/dpa
Sprengstoff-Explosionen, versuchter Mord und ein Hauptverdächtiger, der Minderjährige anwerben soll: Behörden gehen gegen das Phänomen von "Gewalt als Dienstleistung" im Rhein-Main-Gebiet vor.

Nach mehreren Sprengstoff-Explosionen im Rhein-Main-Gebiet hat es in den Niederlanden Wohnungsdurchsuchungen gegeben und ein Mann ist verhaftet worden. Insgesamt werde fünf Verdächtigen im Alter von 18 bis 24 Jahren vorgeworfen, an den Taten beteiligt gewesen zu sein, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit.

Ermittelt wird wegen zweier vollendeter und einer versuchten Herbeiführung einer Sprengstoff-Explosion im Juli und August vergangenen Jahres in Taunusstein (Rheingau-Taunus-Kreis) sowie zweier vollendeter und einer im Vorbereitungsstadium unterbundenen Herbeiführung einer Sprengstoff-Explosion im Juli und August 2025 in Frankfurt

Schwere Brandstiftung und versuchter Mord

In einem Fall explodierte ein Sprengsatz in einem Café in Frankfurt-Bockenheim. Den Tatbeteiligten wird hier zudem besonders schwere Brandstiftung und versuchter Mord vorgeworfen, wie die Ermittler mitteilten. 

Am Dienstag seien mehrere Wohnungen und Fahrzeuge in den Niederlanden durchsucht worden. Ein weiterer Tatbeteiligter werde wegen seines Alters nicht als Beschuldigter im Gesamtkomplex geführt - er war zur Tatzeit 13 Jahre alt. 

Hauptverdächtiger überwachte Bombenbau 

Beim verhafteten Hauptverdächtigen wurden Schusswaffen und Munition sichergestellt. Der 20-Jährige soll nach derzeitigem Ermittlungsstand zu einigen der Taten andere Verdächtige in den Niederlanden rekrutiert, beim Bombenbau angeleitet, sie nach Deutschland gefahren und die Tatausführung überwacht haben. Die Staatsanwaltschaft hat seine Auslieferung nach Deutschland beantragt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um "Violence-as-a-Service" ("Gewalt als Dienstleistung") handelt. Dabei lagern kriminelle Netzwerke die Vorbereitung und Durchführung von Gewalthandlungen gegen Bezahlung an Dritte aus. "Häufig werben sie Minderjährige oder junge Täter an, die dann Drohungen, Angriffe oder Tötungen gegen Bezahlung ausführen", schreibt dazu das Bundeskriminalamt. Die Anwerbung erfolge oft über Online-Plattformen oder Messenger-Dienste.

dpa