Am Wochenende haben überflutete Straßen und vollgelaufene Keller vielerorts in Mecklenburg-Vorpommern für Feuerwehreinsätze gesorgt. Wegen Tauwasser, gefrorener Böden und starker Regenschauer war es zu zahlreichen Überschwemmungen gekommen, wie Polizei und Feuerwehr mitteilten. Betroffen waren demnach vor allem die Landkreise Rostock, Vorpommern-Rügen und Mecklenburgische Seenplatte. Menschen seien bis zum Sonntagnachmittag nicht zu Schaden gekommen, Evakuierungen habe es nicht gegeben.
Vollsperrung auf der B197
Nach einer Überschwemmung ist die Bundesstraße 197 in Friedland im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte seit dem Samstag voll gesperrt. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) sind nach Angaben einer Sprecherin der Polizei im Einsatz und pumpen das Wasser ab. Die Feuerwehr geht davon aus, dass die Sperrung noch mindestens bis diesen Montag andauert.
Wegen der gefrorenen Böden laufe das Wasser aktuell vom angrenzenden Acker über die B197 in den kleinen Fluss Datze auf der anderen Straßenseite, sagte Kreiswehrführer Stephan Drews auf Nachfrage. Der Fluss habe derzeit einen sehr hohen Wasserstand. Umfahren werden kann die Sperrung laut Polizei über die Kreisstraße zwischen Genzkow und Glienke oder weiträumig über die Landesstraße 28/35 zwischen Friedland und Neubrandenburg. Örtliche Umfahrungen seien ausgeschildert.
Seenplatte-Feuerwehr: 40 vollgelaufene Keller
Der für den Landkreis zuständigen Feuerwehr zufolge gab es zwischen Samstagfrüh und Sonntagnachmittag insgesamt rund 160 Einsätze wegen Überschwemmungen. Das Personal sei aufgestockt worden. "Wir haben so weit alles im Griff", sagte ein Sprecher am Mittag. In den meisten Fällen seien Straßen überflutet worden, in etwa 40 Fällen waren demnach vollgelaufene Keller der Grund. In Datzetal und Schönhausen hätten Einsatzkräfte am Wochenende Sandsäcke vor Häusern ausgelegt, um das Wasser umzuleiten.
Einige Bundes- und Landesstraßen waren laut Polizei am Wochenende nur einspurig befahrbar. Voll gesperrt waren neben der B197 am Sonntagnachmittag auch die B104 in Remplin und die Landesstraße 241 in Priborn. An der L35 war zwischen Neddemin und Neubrandenburg die Einmündung nach Trollenhagen schwer befahrbar, die L35 selbst aber nicht betroffen.
Vielerorts waren demnach Feuerwehren im Einsatz, um Wasser abzupumpen. Die Polizei appellierte, auf Sperrungen zu achten und den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten. "Das Tauwasser sammelt sich mitunter an unübersichtlichen Stellen und kann eine Gefahr durch Aquaplaning darstellen", hieß es vom Polizeipräsidium Neubrandenburg. Autofahrerinnen und Autofahrer müssten aufmerksam sein und bei Wasser auf der Straße langsamer fahren.
Sorge vor Wasser in Häusern
Im Landkreis Rostock waren am Sonntagmittag laut der Feuerwehr 75 Fahrzeuge unterwegs. Am Wochenende seien insgesamt 135 Einsätze vermerkt worden, bis Samstagnachmittag waren es 53 Einsätze gewesen. Die Einsatzkräfte waren besonders beschäftigt mit überfluteten Straßen und Wasser, das drohe, in die Häuser vorzudringen, hieß es am Samstag. Vorübergehend mussten einige Straßen im Landkreis voll gesperrt werden. Die Sperrung bei Groß Kussewitz auf der L182 in Bentwisch sei am Sonntag wieder aufgehoben worden.
Im Landkreis Westmecklenburg gab es nach Angaben der Feuerwehr am Samstag knapp 20 Einsätze wegen Überschwemmungen. Die Feuerwehr im Landkreis Vorpommern-Rügen sprach am Sonntagnachmittag von 70 laufenden Einsätzen, auch dort habe es mehrere Straßensperrungen gegeben.
Der Wochenbeginn im Nordosten bleibt nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) grau und regnerisch. Im Laufe der Woche können sich die Menschen dann auf frühlingshaftes Wetter einstellen. Am Mittwoch werden in MV Temperaturen bis zu 13 Grad erwartet.