2. Fußball-Bundesliga
Nach Unterbrechung: Hannover gewinnt Hochsicherheits-Derby

Pyrotechnik im Fanblock von Hannover 96 beim Derby gegen Eintracht Braunschweig. Foto: Swen Pförtner/dpa
Pyrotechnik im Fanblock von Hannover 96 beim Derby gegen Eintracht Braunschweig. Foto
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Derby gewonnen, Aufstiegschance gewahrt: Hannover 96 erlebt gegen den Erzrivalen Braunschweig einen erfolgreichen Abend. Das brisante Spiel hat jedoch Überlänge.

Hannover 96 hat zum zweiten Mal in dieser Saison den Erzrivalen Eintracht Braunschweig geschlagen und seine Aufstiegschancen in der 2. Fußball-Bundesliga gewahrt. Der neue Tabellendritte gewann das brisante Hochsicherheits-Derby nach 17 Minuten Nachspielzeit mit 1:0 (1:0). Vor 42.000 Zuschauern in der Heinz von Heiden Arena köpfte Maik Nawrocki in der 30. Minute das entscheidende Tor.

"Es war wahrscheinlich nicht unser bestes Spiel in dieser Saison. Aber das ist am Ende völlig egal", sagte Hannovers Kapitän Enzo Leopold. "Wir haben das Derby gewonnen, wir haben die Fans glücklich gemacht, wir haben den Verein glücklich gemacht, wir haben die Stadt glücklich gemacht. Das steht heute über allem."

Zu Beginn der zweiten Halbzeit musste das Spiel wegen eines Feuerwerks im 96-Fanblock für rund elf Minuten unterbrochen werden. Die Polizei trennte die beiden verfeindeten Fangruppen vor und nach der Partie mit großer Präsenz voneinander. Auch im Stadion mussten 7.000 Plätze aus Sicherheitsgründen frei bleiben. 

Hannover hatte bereits das Hinspiel mit 3:0 gewonnen und drohte, die Eintracht auch diesmal zu überrennen: Schon in der dritten Minute vergab Benedikt Pichler aus kurzer Distanz die erste Großchance.

Abwehrfehler führt zum 1:0

Doch gerade als sich der Abstiegskandidat aus Braunschweig mit hoher Intensität aus diesem Anfangsdruck befreit hatte, ging 96 in Führung: Abwehrspieler Nawrocki kam am Fünfmeterraum völlig frei zu Kopfball. "Da war ich selbst überrascht", sagte der Torschütze über die entscheidende Szene des Spiels. "Braunschweig war da nicht wach."

Nach der Halbzeitpause und der Spielunterbrechung war die Eintracht sogar die bessere Mannschaft. Doch Jovan Mijatovic (58.), Robin Heußer (61.) und Sidi Sané (90.+11) vergaben drei gute Chancen zum Ausgleich. Bei allem Zug nach vorn fehlte den Braunschweigern im Angriff die Durchschlagskraft.

"Wir waren heute mindestens ebenbürtig. Da muss mindestens ein Unentschieden bei herauskommen", sagte Braunschweigs Robin Heußer. "Das tut richtig weh." Den vorerst letzten Eintracht-Sieg in Hannover gab es am 28. Februar 1993 und damit vor mehr als 30 Jahren.

dpa