Die Vier-Tage-Woche wird nach Einschätzung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) die Debatte um Arbeitszeit auch in Niedersachsen weiter prägen. "Viele junge Menschen sagen: Ich will gar nicht so lange arbeiten, ich hätte lieber montags oder freitags frei. Das ist eine berechtigte Forderung", sagte DGB-Bezirkschef Ernesto Harder der Deutschen Presse-Agentur.
Die Vier-Tage-Woche werde immer wieder ein Diskussionsthema sein. "Wir haben teilweise schon tarifliche Vier-Tage-Modelle, um mögliche Arbeitsplatzverluste abzufedern." Eine Forderung nach einer Vier-Tage-Woche erhebe der Gewerkschaftsbund derzeit jedoch nicht. "Was wir gerade verteidigen, ist die Fünf-Tage-Woche", betonte Harder.
Hintergrund sind aktuelle Diskussionen über längere Arbeitszeiten. "Der Angriff auf den Achtstundentag ist ein Angriff auf eine gewerkschaftliche Errungenschaft." Dabei nehme der Druck im Arbeitsalltag zu. "Der Stresspegel steigt überall", sagte der Gewerkschafter. Zudem stellten manche die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall infrage – "das ist hochproblematisch."
Wenn der Küchentisch zum Arbeitsplatz wird
Deutliche Veränderungen sieht der DGB auch beim Arbeiten von zu Hause oder unterwegs. Mobile Arbeit lasse sich nicht mehr zurückdrehen und biete vielen Beschäftigten mehr Flexibilität. "Die Beschäftigten wollen zum Teil auch mobil arbeiten", sagte Harder.
Jedoch seien viele sogenannte Telearbeitsvereinbarungen verloren gegangen. Unter Telearbeit versteht man einen vom Unternehmen fest eingerichteten Bildschirmarbeitsplatz, für den die gleichen Vorgaben gelten wie für Arbeitsplätze im Betrieb.
Die Kosten für Strom und Wasser trügen heute häufig die Beschäftigten selbst. Zudem arbeiteten viele Beschäftigte am Küchentisch auf einem unbequemen Küchenstuhl. Dies könne auf Dauer zu gesundheitlichen Problemen führen, kritisierte Harder.