Das Planfeststellungsverfahren für die Elbbrücke in Neu Darchau (Landkreis Lüchow-Dannenberg) ist abgeschlossen. Die Gemeinden Amt Neuhaus sowie der Landkreis Lüchow-Dannenberg, die Samtgemeinde Elbtalaue und die Gemeinde Neu Darchau werden die Beschlussunterlagen von Dienstag an öffentlich auslegen. Diese können zwei Wochen lang von jedermann eingesehen werden.
Mit der Bekanntmachung endet das mehrjährige Genehmigungs- und Beteiligungsverfahren für das Infrastrukturprojekt. Der Betrieb für Straßenbau und -unterhaltung plant eine feste Elbquerung zwischen Darchau in der Gemeinde Amt Neuhaus und Neu Darchau im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Der Landkreis Lüneburg ist somit sowohl Antragssteller als auch Genehmigungsbehörde für das Vorhaben.
Parteien uneins über Brücke
Die Landesregierung steht dem Vorhaben angesichts der gestiegenen Kosten kritisch gegenüber. "Beim Brückenprojekt reden wir inzwischen über Kosten von rund 100 Millionen Euro, bei vergleichsweise geringem verkehrlichem Nutzen und erheblichen Eingriffen in Natur und Landschaft", sagte Detlev Schulz-Hendel, Fraktionsvorsitzender und regional zuständiger Abgeordneter der Grünen Landtagsfraktion. Es fehlten belastbare Wirtschaftlichkeitsanalysen und eine nachvollziehbare Vergleichsrechnung zur Fähroption.
Das Land unterstütze bereits konkrete Verbesserungen bei den Fähren, etwa mit Förderungen für neue und niedrigwassertaugliche Verbindungen. "Der Bau der Elbbrücke wäre ein massiver Eingriff in die sensible Natur und Umwelt", so Schulz-Hendel. Gleichzeitig würde die Brücke nicht ansatzweise die grundlegenden Probleme lösen. Die Menschen in den betroffenen Gemeinden brauchen eine bessere Mobilität: Schnell, verlässlich und bezahlbar. "Wir bleiben dabei, das Landesraumordnungsprogramm anzupassen und somit den Koalitionsvertrag umzusetzen." Dort habe sich Rot-Grün einvernehmlich auf eine Optimierung des Fährbetriebes statt eines Brückenbaus verständigt.
Die CDU-Fraktion im Landtag sieht die Finanzierung nicht als unüberwindbares Problem. Die geschätzten Kosten belaufen sich inzwischen auf rund 96,5 Millionen Euro. "Die Kosten explodieren jedes Jahr mehr, je länger wir warten", sagte CDU-Chef Sebastian Lechner zuletzt. Mit Zuschüssen aus dem Bundessondervermögen sei das Vorhaben zu stemmen.