Geplanter Autobahn-Ausbau Protest gegen A39 - Polizei will Waldplattformen entfernen

Polizisten räumen Plattformen in einem Wald bei Lüneburg, auf denen Aktivisten seit Wochen gegen den Ausbau der A39 protestieren
Polizisten räumen Plattformen in einem Wald bei Lüneburg, auf denen Aktivisten seit Wochen gegen den Ausbau der A39 protestieren. Foto
© Philipp Schulze/dpa
Seit einigen Wochen demonstriert eine kleine Gruppe in einem Waldstück bei Lüneburg gegen den Ausbau der A39. Die Polizei will eine Vergrößerung des Camps verhindern.

In Lüneburg hat die Polizei damit begonnen, zwei Baumplattformen eines Protestcamps in einem Waldstück zu entfernen. Seit einigen Wochen demonstriert dort eine kleine Gruppe von Aktivisten gegen den Ausbau der Autobahn 39. Die Plattformen seien rechtlich nicht zulässig, sagte ein Polizeisprecher. Der Weiterbau im Lüner Holz solle wegen der zunehmenden Gefahrenlage verhindert werden.

Ein Sprecher der Aktivisten hatte Mitte Dezember gesagt: "Wir befürchten die Rodung des Waldes." Kurz zuvor hatten die Aktivisten die Plattformen in die Baumkronen gebaut. Die Gruppe teilte mit, dass die Polizei aus ihrer Sicht mit ihren Geräten den Wald zerstöre. Die Waldbesetzung schütze diesen hingegen, schrieben die Aktivisten. Der Polizeisprecher sagte, dass die Versammlung vor Ort nicht aufgelöst werde, sondern nicht mehr in den Bäumen stattfinden solle. 

Während viele Pendler das fehlende Teilstück der A39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg herbeisehnen, halten Naturschützer und andere Kritiker den Bau für überflüssig und wehren sich auch vor Gericht.

Insgesamt ist das seit Jahren umstrittene Teilstück zwischen Lüneburg und Wolfsburg rund 106 Kilometer lang. Die Investition bezifferte die für die Umsetzung zuständige Autobahn GmbH Anfang des Jahres mit 1,5 bis 2 Milliarden Euro.

dpa