H5N1-Virus
Weitere Geflügelpestfälle in Niedersachsen entdeckt

Zahlreiche tote Puten werden mit Hilfe eines Radladers in einen Container gekippt. Wegen der Geflügelpest mussten schon viele Ti
Zahlreiche tote Puten werden mit Hilfe eines Radladers in einen Container gekippt. Wegen der Geflügelpest mussten schon viele Tiere getötet werden. (Archivbild) Foto
© Michael Bahlo/dpa
3.800 Puten getötet, Sperrzonen eingerichtet: Die Geflügelpest breitet sich in Niedersachsen weiter aus. Warum Experten das Infektionsrisiko für Hausgeflügel als weiterhin sehr hoch einstufen.

In Niedersachsen sind weitere Geflügelpestfälle festgestellt worden. In einem Putenbetrieb in der Gemeinde Emstek im Landkreis Cloppenburg wurde das hochansteckende Virus H5N1 nachgewiesen, wie der Landkreis mitteilte. Der Bestand mit rund 3.800 Puten sei getötet worden.

Seit Oktober mehrere Hunderttausend Tiere betroffen

Um den betroffenen Betrieb werde ab Donnerstag eine Sperrzone eingerichtet. Sie umfasst eine Schutzzone im Radius von drei Kilometern sowie eine Überwachungszone von zehn Kilometern. In der Sperrzone sind unter anderem Geflügelausstellungen und -märkte verboten, zudem darf Geflügel nicht ins Freie gelassen werden. Nach Angaben des Landkreises sind seit Oktober allein dort bereits Dutzende Betriebe mit insgesamt mehreren Hunderttausend Tieren von Ausbrüchen betroffen.

Auch im Landkreis Hameln-Pyrmont bleibt die Lage angespannt. Dort wurde bei einem Bussard in Hessisch Oldendorf erneut das Geflügelpestvirus des Subtyps H5N1 nachgewiesen. Bereits im Januar war das Virus in einem Geflügelbetrieb im Flecken Aerzen festgestellt worden – vermutlich eingeschleppt durch einen Wildvogel. Für mehrere Orte gilt deshalb weiterhin eine Aufstallungspflicht.

Kontakte zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln vermeiden

Die Behörden rufen Geflügelhalter zu erhöhter Vorsicht auf. Das Risiko einer Übertragung auf Haus- und Nutzgeflügel sei weiterhin sehr hoch, hieß es vom zuständigen Amt für Veterinärwesen.

Halter sollten Kontakte zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln vermeiden sowie Futter, Wasser und Einstreu vor Verunreinigungen schützen. Bei Krankheitsanzeichen müssen umgehend ein Tierarzt eingeschaltet und das Veterinäramt informiert werden.

Können Menschen sich anstecken?

Nach bisherigem Kenntnisstand ist eine Ansteckung von Menschen nur bei intensivem direkten Kontakt mit infiziertem Geflügel möglich und insgesamt sehr selten. Tote Wildvögel können den Behörden gemeldet werden.

dpa