Start 2033 nicht zu schaffen
Marodes Atommülllager Asse - Start der Bergung völlig offen

Für die gesetzlich vorgeschriebene Bergung des Atommülllagers Asse gibt es keinen Zeitplan mehr. (Archivbild) Foto: Moritz Frank
Für die gesetzlich vorgeschriebene Bergung des Atommülllagers Asse gibt es keinen Zeitplan mehr. (Archivbild) Foto
© Moritz Frankenberg/dpa
Es ist gesetzlicher Auftrag, 126.000 Fässer mit Atommüll aus einem alten Salzbergwerk im Osten Niedersachsens zu bergen. Seit Jahren dringt Wasser ein. Die Pläne dazu gelten aber plötzlich nicht mehr.

Der geplante Beginn der Rückholung des radioaktiven Abfalls aus dem maroden Atommüll-Lager Asse in Niedersachsen ist geplatzt. "Derzeit bestehen noch so viele Unsicherheiten im Gesamtsystem, so dass seriös kein neuer Rückholbeginn genannt werden kann", sagte Dagmar Dehmer, Sprecherin der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). Bisher hatte die zuständige Betreibergesellschaft mit Sitz im niedersächsischen Peine eine Rückholung der Abfälle ab dem Jahr 2033 anvisiert.

BGE verweist auf Unsicherheiten

Über den geplatzten Starttermin hatte zuvor die "Braunschweiger Zeitung" berichtet. Seit einigen Wochen gibt es bereits Berichte darüber, dass es keinen Zeitplan mehr für die Rückholung gebe. Umplanungen im Ablauf seien ein wesentlicher Grund dafür, dass aktuell kein Gesamtplan vorgelegt werden könne, sagte BGE-Sprecherin Dehmer nun. Im April will die Gesellschaft Informationen zum Planungsstand geben.

126.000 Fässer in der Asse

In der Schachtanlage im Landkreis Wolfenbüttel liegen in 13 Kammern rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen, die in den 60er und 70er Jahren dort eingelagert worden waren. Da die Asse als instabil gilt, sollen die Fässer zurückgeholt werden. Es gibt den gesetzlichen Auftrag, die Asse unverzüglich stillzulegen. Zuständig für die Rückholung ist die BGE. 

Milliardenkosten bis zum Start

Die BGE hatte 2020 einen Plan vorgelegt, nach dem 2033 mit der Rückholung begonnen werden sollte. Die Kosten nur bis zum Start kalkulierte die BGE schon damals mit mehr als drei Milliarden Euro. Das Vorhaben von 2020 sei ein Konzept gewesen, das "an vielen Stellen nicht planungsuntersetzt" gewesen sei, heißt es nun von der BGE. Der Plan habe grobe Zeitabschätzungen angenommen, die inzwischen überholt seien und sich teilweise als deutlich zu niedrig angesetzt herausgestellt hätten.

Kritik vom Umweltminister

Kritik kam von Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne): "Ich bin empört, dass die vom Bundestag beschlossene Räumung der Asse auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben werden soll, aber stattdessen die Flutung des Bergwerks vorbereitet wird", hieß es in einer Stellungnahme. Er erwarte von der Bundesregierung, dass sie dafür sorge, dass sich die BGE an das Asse-Gesetz halte und die Räumung des Atommülls aus dem "absaufenden Bergwerk" endlich angehe.

dpa