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Unabhängiger Ski-Test: Pulververgnügen abseits der Piste - die besten Skier der Saison 2019/20

Unser großer unabhängiger Skitest zeigt, welcher Ski zu welchem Fahrer passt. Im Trend sind Allrounder für jede Fahrsituation - vor allem außerhalb der planierten Pisten-Autobahn..

Auch wenn wieder Schnee liegt, die Veränderungen des Klimas machen Testleiter Heinrich Sklorz, Sorgen.

Auch wenn wieder Schnee liegt, die Veränderungen des Klimas machen Testleiter Heinrich Sklorz, Sorgen.

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Im Skisport haben sich die Leitbilder geändert, das sagt Heinrich Sklorz, Skilehrer und Leiter des unabhängigen Skitests Carving 2000. "Früher war der Rennfahrer der Held, der sich in Wettkampflinie eine Weltcup-Piste runterstürzte." Angegeben wurde mit Bestzeiten und Top-Geschwindigkeiten. Heute sei der Freerider das Leitbild. Unberührter tiefer Pulverschnee, dazu gekonnt zwischen Bäumen und Steinen kurven. "Natürlich springt nicht jeder aus einem Hubschrauber über einem Gletscher ab, aber das Ideal sieht so aus." Auch wenn man dann nur Freeride light ein wenig neben der Piste fährt.

Einer für alles 

Für die Skihersteller hat das weitreichende Folgen. Einen reinen Rennski kaufen nur echte Athleten. Alle anderen wollen etwas Vielseitiges fahren. "Wir brauchen heute einen Ski, der natürlich auch auf der Piste läuft. Der kurze Schwünge fährt und lange Schwünge. Und der auch abseits der Piste funktioniert."

Der normal begabte Skifahrer wünscht einen Allrounder, der in verschiedenen Richtungen ausgeprägt sein kann. Eine vernünftige Entscheidung. Letzten Endes kauft und leiht der Urlauber nur einen Ski, der ihn in allen Situationen begleitet.

"Diese Vielseitigkeit ist nur möglich, weil heute enorm viel Technik im Ski steckt. Man sieht es dem Ski nicht an, aber darin steckt Hightech." Dieser Aufwand wird im Aufbau des Skis betrieben. Von außen sieht man davon nichts. Die Oberflächen verstecken die Technik. "Der Laie denkt leicht, der Ski für 200 Euro sieht doch genauso aus wie der für 600 Euro. Das ist aber ein großer Irrtum."

Die Technik ist im Ski versteckt

Diese Allrounder sind der große Trend der letzten Jahre. Sie verdrängen spezialisiertere Ski in Nischen. Früher hätte man solche Allround-Wunder nicht herstellen können. Ein weicher Ski, der für jenseits der Piste gebaut worden ist, hat bei hartem Untergrund und hohen Geschwindigkeiten enorm zu flattern angefangen, heute bleibt er dank des eingesetzten Materials weiter beherrschbar.

"Für die Herstellung ist das nicht leicht. Einerseits soll der Ski in der freien Natur laufen und dann auf einer Piste. Und die Pisten heute sind wegen des viel Kunstschnees viel härter präpariert als früher. Also werden sie auch schneller." Dazu spielt das Gewicht eine große Rolle. Mit schweren Skiern ermüden vor allem Untrainierte schnell. Der Ski wird unhandlich, auch beim Tragen macht sich das Gewicht bemerkbar. "Wir sind nicht alle Sportler. Wir haben die Skischuhe, den Anzug, Stöcke, Helm und Ski – da kommt einiges an Gewicht zusammen."

Ein Ende des technischen Aufrüstens ist nicht in Sicht. "Bei Firmen wie Elan sind beide Ski nicht mehr identisch. Die bauen einen linken und einen rechten Ski mit unterschiedlicher Härte von Außen- und Innenseite. Das macht sich beim Fahren sehr bemerkbar."

Dazu nimmt der Trend weiter zu, dass sich Fahrer einen Ski bestellen, der für sie individuell hergestellt wird. "Bei Skischuhen kennen wir das schon. Aber sonst können Sie den Ski nur über die Bindung anpassen. Hier fließen nun Ihr Gewicht, Größe und Können mit ein – dann passt der Ski perfekt." Das Besondere dabei: Dank modernen Produktionsanlagen ist der Aufpreis für die Einzelstücke moderat. Man muss sie allerdings rechtzeitig bestellen.

Das Klima macht Sorgen 

Von der Technik her schreitet der Skisport voran. Sorgen macht dem Ski-Experten aber der Klimawandel. "Ich bin kein Wissenschaftler. Aber aus meiner jahrzehntelangen Erfahrung kann ich sagen: Das merken wir schon." Im Oktober habe das Testteam Tauwetter in 3000 Meter Höhe erlebt. "Das gab es für mich noch nie." Sein Eindruck: "Die Winter und damit die Saison werden kürzer. Und heftiger. Eine Woche schneit es wie verrückt, dann taut es wieder. Es ist nicht mehr so harmonisch und so gleichmäßig." Für den Skisport sei das eine gefährliche Entwicklung. "Hallen sind kein Ersatz. Da kann man üben und probieren, damit man etwas in Form kommt. Aber Skisport ohne Berge? Das geht nicht."

Das Testteam hat die Neuheiten der Saison ausgiebig getestet und bewertet. Die Entscheidung wird leichter, weil das Team die Ski den jeweiligen Fahrertypen zugeordnet hat. Wenn man seine eigenen Vorlieben, Stärken und Schwächen einordnen kann, findet man so leicht eine Empfehlung für den perfekten Ski.

Den ganzen Ski-Test mit ausführlichen Bewertungen aller getesteten Ski finden Sie unter diesem Link.

Klicken Sie hier, gelangen Sie zu einem Pdf-Dokument des gesamten Textes von Skitest-Carving 2000.

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