Tod einer 16-Jährigen Fall Liana - Ermittler streben Sicherungsverwahrung an

Am Bahnsteig im niedersächsischen Friedland starb die Jugendliche aus Thüringen. (Archivbild) Foto: Swen Pförtner/dpa
Am Bahnsteig im niedersächsischen Friedland starb die Jugendliche aus Thüringen. (Archivbild) Foto
© Swen Pförtner/dpa
Der Tod der 16-jährigen Liana aus Thüringen am Bahnhof in Friedland sorgte bundesweit für Bestürzung. Jetzt teilen die Ermittler mit, wie es aus ihrer Sicht mit dem Verdächtigen weitergehen soll.

Nach dem Tod der 16-jährigen Liana in Friedland strebt die Staatsanwaltschaft Göttingen ein Sicherungsverfahren gegen den mutmaßlichen Täter an. Die entsprechende Antragsschrift gegen den 31-Jährigen sei wegen Totschlags beim Landgericht Göttingen eingereicht worden, teilte die Strafverfolgungsbehörde mit. Im Zustand der Schuldunfähigkeit soll der Mann die 16 Jahre alte Auszubildende aus Geisleden in Thüringen am Bahnhof in Friedland getötet haben. 

Während die Jugendliche am 11. August 2025 auf dem Bahnsteig auf ihren Zug wartete und telefonierte, soll der verdächtige Iraker sie gegen einen mit Tempo 100 durchfahrenden Güterzug gestoßen haben. Wie die Staatsanwaltschaft nun mitteilte, erlitt das Opfer tödliche Verletzungen, die der 31-Jährige zumindest billigend in Kauf genommen haben soll.

Schizophrenie beim Tatverdächtigen diagnostiziert

"Aufgrund einer bei dem Beschuldigten diagnostizierten Schizophrenie soll er zum Tatzeitpunkt schuldunfähig gewesen sein", teilten die Strafverfolger mit. Daher sei keine Anklage erhoben, sondern eine Antragsschrift im Sicherungsverfahren gestellt worden. Der Mann war wegen des Tatverdachts Ende August vorläufig festgenommen worden und befindet sich seitdem im Maßregelvollzugszentrum Moringen.

Das Mädchen war 2022 mit seiner Familie aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet und hatte zeitweise im thüringischen Geisleden gelebt. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen und beschäftigte auch die Politik, weil der ausreisepflichtige Iraker nach den europäischen Asyl-Regeln eigentlich schon Monate vor der Tat von Deutschland nach Litauen hätte gebracht werden sollen.

dpa