Autokorso durch Köln
Mietwagenfahrer demonstrieren gegen "Preisdiktat"

"Stoppt das Preisdiktat!" - Mietwagen-Fahrer demonstrieren gegen eine erzwungene Preiserhöhung, die die Stadt Köln plant. Foto:
"Stoppt das Preisdiktat!" - Mietwagen-Fahrer demonstrieren gegen eine erzwungene Preiserhöhung, die die Stadt Köln plant. Foto
© Federico Gambarini/dpa
Die Stadt Köln will Mietwagen etwa von Uber und Bolt deutlich teurer machen. Dagegen demonstrieren die Fahrer mit einem Autokorso. Leidtragende sind nach ihrer Darstellung die Kunden.

Aus Protest gegen eine von der Stadt geplante Preiserhöhung sind etwa 100 Mietwagenfahrer mit ihren Autos durch die Kölner Innenstadt gefahren. Versammlungsleiter Max Zombek vom Bundesverband "wirfahren" warf der Stadt ein "Preisdiktat" vor. Bezahlbare Mietwagenangebote seien für viele Menschen eine Notwendigkeit, um ihren Alltag zu bewältigen.

Mietwagen-Nutzer können per App eine Fahrt buchen und sehen auch gleich vorab den Preis - der in der Regel deutlich günstiger ist als eine Fahrt mit einem klassischen Taxi. Über die App wird dann der Kontakt zu einem registrierten Fahrer hergestellt. 

Die Stadt Köln will Mietwagenfahrer nun dazu zwingen, ihre Preise zu erhöhen. "Das Mindestbeförderungsentgelt muss mindestens 80 Prozent des regulären Taxitarifs betragen", teilte die Stadt mit. Diesen Taxitarif will die Stadtverwaltung zusätzlich noch einmal anheben. Der Stadtrat diskutiert darüber am 19. März. 

"Köln ist schon heute eine teure Stadt"

Das Mietwagen-Unternehmen Uber kritisierte, durch das "Mindestbeförderungsentgelt" würden die Fahrten im Durchschnitt um mehr 50 Prozent teurer. Menschen mit geringerem Einkommen würden dadurch von bezahlbarer Mobilität ausgeschlossen. "Köln ist schon heute eine teure Stadt", sagte der Deutschland-Chef von Uber, Christoph Weigler. "Die neuen Preise würden es für die Bürgerinnen und Bürger noch teurer machen, zum Arzt zu fahren oder von der Nachtschicht nach Hause zu kommen." Zombek sagte, eine Fünf-Kilometer-Fahrt mit dem Taxi sei in Köln heute schon teurer als in New York oder Paris.

Taxifahrer dagegen werfen Mietwagen-Anbietern wie Uber Dumpingpreise vor und begrüßen die Pläne der Stadt Köln. "Wenn Teile des Mietwagenmarkts bestehende Regeln umgehen, gerät dieser Wettbewerb aus dem Gleichgewicht", sagte Alexander Mönch, von der Taxi-App Freenow by Lyft Deutschland. "Mit einem Mindestbeförderungsentgelt nutzt die Stadt Köln ein Instrument, das ihr zur Verfügung steht, um hier gegenzusteuern."

Taxi-Unternehmen führen als Vorzug an, dass sie zum öffentlichen Personenverkehr zählen. Sie müssen ein Angebot rund um die Uhr sicherstellen. Außerdem müssen Taxi-Unternehmen jede auch noch so kurze Fahrt annehmen.

dpa