Debatte läuft weltweit Ministerin Schäffer gegen Verbot sozialer Medien für Kinder

NRW-Familienministerin Verena Schäffer (Grüne) hält ein Verbot sozialer Medien für Kinder für zu kurz gedacht Foto: Rolf Vennenb
NRW-Familienministerin Verena Schäffer (Grüne) hält ein Verbot sozialer Medien für Kinder für zu kurz gedacht Foto
© Rolf Vennenbernd/dpa
Australien, Frankreich und Spanien gehen beim Social-Media-Verbot für Kids voran. Warum die neue NRW-Familienministerin Verena Schäffer skeptisch ist.

Nordrhein-Westfalens neue Kinder- und Familienministerin Verena Schäffer (Grüne) hält nichts von einem Verbot sozialer Medien wie Tiktok oder Instagram für Kinder. "Ich persönlich bin nicht so sehr ein Fan davon, zu sagen: "Wir haben hier ein Problem, also verbieten wir es"", sagte Schäffer bei der Vorstellung der neuen NRW-Kinderschutzbeauftragten Petra Ladenburger. Das sei ihr "ein bisschen zu kurz gedacht", denn es stelle sich immer die Frage, ob Kinder und Jugendliche solche Verbote auch umgehen könnten. 

Schon heute würden Altersbeschränkungen im Netz umgangen, sagte Schäffer. Ihrer Ansicht nach müsse daher eher darüber geredet werden, wie eine höhere Medienkompetenz bei Kindern und auch bei Eltern geschaffen werden könne. Es gehe auch um die Regulierung von sozialen Medien nicht nur in Deutschland, sondern in Europa. 

Jugendlichen nur zu verbieten, bei Instagram und Tiktok unterwegs zu sein, sei eine "Stellvertreterdebatte und umgeht das eigentliche Problem so ein Stück weit". Soziale Medien seien aber kein rechtsfreier Raum, Gewalt im Netz müsse verfolgt und geahndet werden.

Für die neue Kinderschutzbeauftragte Ladenburger ist es wichtig, Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, wie sie sich im Netz schützen können. Letztlich sei es aber nicht die zentrale Aufgabe von Kindern und Jugendlichen, sich selbst im digitalen Raum zu schützen, sondern dies sei die Aufgabe von Erwachsenen und auch der Plattformen. 

Australien geht voran

Die Debatte über ein Verbot sozialer Medien für Kinder und Jugendliche wird nicht nur in Deutschland, sondern weltweit geführt. In Australien dürfen Jugendliche unter 16 Jahren bereits seit Dezember keine eigenen Konten mehr auf vielen großen Social-Media-Plattformen besitzen. In Frankreich hat die Nationalversammlung für ein Nutzungsverbot sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren gestimmt. Auch Spanien strebt ein Verbot sozialer Medien für alle unter 16 Jahren an. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) zeigt sich ebenfalls offen für ein Social-Media-Verbot für Kinder in Deutschland.

dpa

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