Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz will Verkehrsminister Oliver Krischer mehr Fokus der Bundespolizei auf Bahnhöfe. "Vielleicht muss nicht jeder einzelne Grenzübergang die Priorität sein, sondern wieder mehr die auch stark belasteten Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen", sagte der Grünenpolitiker im Gespräch mit dem Sender WDR2.
Um die Polizeipräsenz auf den Bahnhöfen zu stärken, wolle er mit dem Bund sprechen, in dessen Zuständigkeitsbereich die Bundespolizei falle. Es müsse deutlich werden: "Wir nehmen so etwas, was in Rheinland-Pfalz passiert ist, nicht hin, sondern wir reagieren da drauf", so Krischer.
Mehr Sicherheitstraining und Doppelbesetzung?
Mit den Verkehrsunternehmen wolle er die Frage besprechen, ob Zugbegleiter in Zukunft zu zweit unterwegs sein sollten. Er wolle sich zudem dafür einsetzen, dass noch mehr Mitarbeiter Sicherheitstrainings bekommen, um deeskalieren und sich auch wehren zu können, wenn sie auf einen gefährlichen Fahrgast treffen.
Die Tat löst deutschlandweit Entsetzen aus. Ein 36-jähriger Bahnmitarbeiter war bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress von einem Mann ohne gültiges Ticket mit Schlägen attackiert worden. Er verlor das Bewusstsein und starb später in einer Klinik. Der mutmaßliche Täter, ein 26 Jahre alter Fahrgast, sitzt in Untersuchungshaft.