Weil heute eine Weltkriegsbombe entschärft werden soll, hat am Morgen im Kölner Stadtbezirk Lindenthal die Evakuierung tausender Menschen begonnen. Auch ein Krankenhaus musste evakuiert werden, Schulen und Kitas im Evakuierungsbereich bleiben nach Angaben der Stadtverwaltung geschlossen. 4.100 Anwohner müssen ihre Wohnungen verlassen.
Wann die Evakuierung abgeschlossen und die Bombe entschärft werden soll, konnte eine Sprecherin des Kölner Ordnungsamtes am Vormittag bislang nicht sagen. Sie rechne aber damit, dass dies nicht vor dem Nachmittag geschehe.
Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg war am Freitag bei Bauarbeiten gefunden worden. Es handelt sich um eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe - und damit um einen besonders großen Blindgänger.
Krankenhaus mit Intensivstation wird geräumt
Die Stadt Köln hatte am Freitag einen Bereich festgelegt, der für die Entschärfung evakuiert werden muss. In dem Bereich mit einem Radius von 500 Metern liegt unter anderem das St. Elisabeth-Krankenhaus. Mehr als 100 Krankenfahrten seien nötig, um Patienten in umliegende Kliniken zu bringen, sagte ein Sprecher der Stadt.
Besonders aufwendig sei der Transport von elf Patienten, die auf der Intensivstation liegen und beatmet werden müssen. Auch Untersuchungstermine und OP-Termine müssten abgesagt werden, schrieb das Krankenhaus auf seiner Homepage.
Für die Menschen aus dem Stadtteil Lindenthal wurde eine Anlaufstelle in einer nahegelegenen Realschule eingerichtet, auch dort fiel der Unterricht daher aus. Wann die Menschen zurück in ihre Wohnungen und an ihre Arbeitsplätze können, ist nach Angaben eines Stadtsprechers unklar. Es gebe noch keinen genauen Zeitplan für die Entschärfung.
Noch viele Blindgänger in Nordrhein-Westfalen
In Nordrhein-Westfalen werden jedes Jahr Hunderte Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Die meisten werden durch die Auswertung von Luftbildern oder bei Bauarbeiten entdeckt. In Nordrhein-Westfalen gibt es noch sehr viele Blindgänger, weil die Städte an Rhein und Ruhr wichtige Industriestandorte und somit im Zweiten Weltkrieg häufige Ziele von Luftangriffen waren.