Im Rahmen der Evakuierung des Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ nach dem dortigen Hantavirus-Ausbruch ist der erste Flug mit Passagieren und Besatzungsmitgliedern gestartet. Das Flugzeug mit insgesamt 14 spanischen Staatsbürgern hob am Sonntag gegen Mittag vom Flughafen Teneriffa-Süd ab, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Alle Personen sollen vorerst zur Beobachtung in ein Militärkrankenhaus in Madrid gebracht werden.
Als nächstes sollen weitere Passagiere evakuiert werden, die mit einer niederländischen Maschine ausgeflogen werden. Darunter sind auch mehrere Deutsche sowie Menschen aus Belgien und Griechenland, wie die spanische Gesundheitsministerin Mónica García Gómez mitteilte.
Hantavirus-Ausbruch auf Schiff: Deutsche Passagiere dürfen heim
An Bord der „Hondius“ befanden sich zuletzt knapp 150 Menschen, darunter nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin „eine mittlere einstellige Zahl“ deutscher Staatsbürger. Laut einer früheren Liste der Reederei Oceanwide Expeditions sind es sechs Deutsche. Die Leiche einer nach einer Hantavirus-Infektion verstorbenen Deutschen bleibt vorerst an Bord, während das Schiff in die Niederlande weiterfährt.
Außer dem niederländischen Flieger wurden für Sonntag laut García Gómez noch separate Flüge für Franzosen, Briten, Iren, Türken, US-Bürger und Kanadier organisiert. Der letzte Evakuierungsflug soll am Montag nach Australien starten.
Auch wenn keiner der Menschen an Bord derzeit Symptome zeigt, gelten alle Passagiere und Crewmitglieder laut WHO als „Hochrisikokontakte“, die insgesamt 42 Tage lang beobachtet werden müssen. Der Grund ist die bis zu sechs Wochen lange Inkubationszeit des Hantavirus: Symptome zeigen sich oft erst spät. Zugleich betont die WHO, dass das Risiko für die Allgemeinbevölkerung „absolut gering“ sei.
Die „MV Hondius“ war am 1. April in Ushuaia in Argentinien zu einer Atlantik-Kreuzfahrt aufgebrochen. Ein erster Passagier aus den Niederlanden starb nach Angaben von Oceanwide Expeditions am 11. April an Bord. Seine Frau ging am 24. April mit anderen Passagieren auf der Insel St. Helena im Südatlantik von Bord, flog nach Johannesburg und starb dort am 26. April in einem Krankenhaus. Am 2. Mai starb auf dem Schiff eine Passagierin aus Deutschland.