Das auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff Hondius im Atlantik ausgebrochene Hantavirus hat bislang drei Menschenleben gefordert. Ein Passagier liegt in Johannesburg in Südafrika auf der Intensivstation. Auch in der Uniklinik Düsseldorf wird eine Passagierin untersucht. Das Hantavirus ist auch in Deutschland kein Unbekannter: Laut dem Robert-Koch Institut variiert die Zahl der Ausbrüche hierzulande von Jahr zu Jahr. So erkrankten 72 Menschen im Jahr 2006 daran, sechs Jahre später gab es 2.825 Ausbrüche. In den letzten 25 Jahren verursachte die Krankheit hierzulande jedoch nur einen Todesfall. Trotzdem besteht auch in Deutschland das Risiko, schwer am Hantavirus zu erkranken.
Wie kann man sich an dem Hantavirus infizieren?
Das Hantavirus kommt auf der ganzen Welt vor. In der Regel erfolgt eine Infektion durch den Kontakt mit Wirtstieren wie etwa Mäusen und anderen Nagetieren oder deren Ausscheidungen wie etwa Kot oder Speichel. Wird mit dem Virus kontaminierter Staub aufgewirbelt, der Kotteilchen der Wirtstiere enthält, kann eine Infektion über die Atemwege erfolgen. Auch durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel kann das Virus in den Körper gelangen.
Ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht für Menschen, die in Gebieten leben, in denen die Wirtstiere vorkommen oder die durch ihre berufliche Tätigkeit, wie etwa in der Landwirtschaft, in Kontakt mit Ausscheidungen der Tiere kommen können. Zwischen April und September ist das Risiko einer Ansteckung am höchsten. Eine Infektion muss dem Gesundheitsamt gemeldet werden.
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist sehr untypisch und bislang nur bei der sogenannten Variante "Andesvirus" aus Südamerika beobachtet worden. Daher ist es anzunehmen, dass die Passagierinnen und Passagiere an Bord der Hondius an dieser Variante erkrankt sind. In Deutschland werden mehr als 90 Prozent der Infektionen durch Puumalaviren verursacht, Wirtstier ist die Rötelmaus.
Welche Symptome treten beim Hantavirus auf
Infektionen mit dem Hantavirus verlaufen in den meisten Fällen mild und ähneln einem leichtem grippalem Infekt. Folgende Symptome können auftreten:
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Fieber über 38,5 Grad
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Schüttelfrost
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Rücken-, Kopf- und Gliederschmerzen
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schaumiger oder blutiger Urin
Das Hantavirus kann aber auch zu schweren Krankheitsverläufen, wie etwa dem Hantavirus-induziertes Herz-Lungen-Syndrom führen. Nach vier bis zehn Tagen treten dann Atemnot und Husten auf. Auch schwere Bauchschmerzen und Erbrechen können die Folge sein. Verschlimmern sich die Symptome, besteht Lebensgefahr. In 25 bis 40 Prozent solcher Fälle endet die Erkrankung tödlich. Auch im Falle eines Nierenversagens kommt es in fünf bis 15 Prozent der Fälle zum Tod.
Wie lässt sich das Hantavirus behandeln?
Gegen das Hantavirus gibt es keine Medikamente. Lediglich die Symptome wie Fieber und auftretende Schmerzen lassen sich behandeln. Bei schweren Verläufen kann es vorkommen, dass Erkrankte beatmet werden müssen oder dass eine Dialyse erforderlich wird.
Erkrankte müssen in der Regel nicht isoliert werden, da die in Deutschland auftretenden Virusarten keine Übertragung von Mensch zu Mensch ermöglichen. 14 spanische Passagierinnen und Passagiere an Bord der Hondius sollen jedoch in einem Militärkrankenhaus bei Madrid in Quarantäne gebracht werden, da davon ausgegangen wird, dass es sich um die Andesvirus-Variante handelt.
So kann man sich vor dem Hantavirus schützen
Eine Impfung gegen das Hantavirus gibt es nicht. Umso wichtiger ist es, sich vor einer Infektion zu schützen. Meiden Sie den Kontakt mit Nagetieren wie Ratten oder Mäusen. Haben Sie Kontakt oder müssen Sie Ausscheidungen beseitigen, ist Hygiene sehr wichtig:
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Lüften Sie für eine halbe Stunde
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Befeuchten Sie den Kot oder Kadaver vor dem Beseitigen
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Tragen Sie Einweghandschuhe und eine FFP2-Maske
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Beseitigen Sie Kot und Kadaver in einer verschlossenen Plastiktüte
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Reinigen Sie kontaminierte Flächen und entsorgen Sie die dafür verwendeten Putzutensilien
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Duschen Sie anschließend und waschen Sie sich dabei auch die Haare