Prozess in Mönchengladbach
Ex-Mitarbeiter von Sozialamt räumt Millionenbetrug ein

In einem Prozess vor dem Landgericht Mönchengladbach hat ein ehemaliger Mitarbeiter des Sozialamts einen Millionenbetrug eingerä
In einem Prozess vor dem Landgericht Mönchengladbach hat ein ehemaliger Mitarbeiter des Sozialamts einen Millionenbetrug eingeräumt (Archivbild). Foto
© Roberto Pfeil/dpa

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"Als es klappte, war es zu verlockend." Vor Gericht schildert ein ehemaliger Sozialamts-Mitarbeiter, wie er im Laufe der Zeit ein Vermögen beiseiteschaffte.

Vor dem Landgericht Mönchengladbach hat ein langjähriger Mitarbeiter des Kreissozialamtes gestanden, den Kreis Viersen jahrelang betrogen zu haben. Der 51-Jährige aus Wegberg entschuldigte sich und gab auch über 80 Taten zu, die bereits verjährt sind. Ihm wird besonders schwerer Betrug vorgeworfen.

Der Mitarbeiter gab zu, seit 2013 in knapp 90 Fällen im Namen von Firmen Fördergelder für behindertengerechte Ausstattungen beantragt und dann selbst bewilligt zu haben. Die Gelder in Höhe von mehr als einer Million Euro habe er auf ein eigenes Konto überwiesen. "Erst hab' ich gedacht, das kann doch nicht gehen. Als das dann klappte, war es zu verlockend." Er beteuerte: "Ich habe das Geld nicht für Luxusgüter verprasst, sondern nur für meine Familie und Reisen mit meinen beiden autistischen Kindern ausgegeben."

Eine neue Mitarbeiterin schöpfte Verdacht

Jetzt droht dem zweifachen Familienvater eine mehrjährige Haftstrafe. Außerdem muss er das ergaunerte Geld zurückzahlen. (AZ: 22 Kls 26/25)

Aufgeflogen war die Betrugsmasche 2024. Und zwar nur, weil einer neuen Mitarbeiterin der Behörde eine Auszahlungsanforderung merkwürdig vorkam. "Die genannte Firma war merkwürdig und unter der Firmenadresse in Niederkrüchten fand sich ein Getränkemarkt", sagte die 41-jährige Frau. "Ich kenne Niederkrüchten gut." Die Kollegin brachte die Ermittlungen ins Rollen.

Laut Anklage ist dem Kreis Viersen im angeklagten Tatzeitraum ein Schaden von mindestens 500.000 Euro entstanden. Rechnet man die bereits verjährten 80 weiteren Fälle dazu, sind es mehr als eine Million Euro.

dpa