Die Waldbrandgefahr in Rheinland-Pfalz ist dem Umweltministerium zufolge im April sowie im Juli/August besonders hoch. Obwohl es 2026 schon mal hier und da gebrannt habe, sei die Gefahr bislang überwiegend noch sehr gering oder gering gewesen, teilte das Umweltministerium mit Blick auf den Waldbrandgefahrenindex (WBI) des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach mit. In den kommenden Tagen steigt der Index allerdings - bis zur höchsten Stufe fünf (sehr hohe Gefahr).
Gerade im Frühjahr werde die Gefahr oft unterschätzt, weil es noch nicht so heiß sei wie im Sommer. Die trockene Vegetation aus dem Winter fange aber leicht Feuer und es fehle noch frisches Grün, das Brände aufhalten könne.
Auf dem rund 550 Meter hohen Weinbiet am Ostrand des Pfälzerwalds sowie in Bad Bergzabern gilt bis einschließlich Samstag entweder Stufe fünf oder vier (hohe Gefahr). Von landesweit 28 Stationen wird die Stufe vier auch in Worms, Bad Dürkheim auf dem Lerchenberg in Mainz und in Bad Kreuznach bis einschließlich Samstag an mehr als einem Tag erreicht. In Trier, Alzey, Kaiserslautern, Pirmasens, Idar-Oberstein und Ruppertsecken gilt in diesem Zeitraum auch jeweils an einem Tag hohe Waldbrandgefahr. An den übrigen Tagen und den anderen Messtationen wird die Waldbrandgefahr mit Stufe drei (mittlere Waldbrandgefahr) oder zwei bis drei eingeschätzt.
Was der Waldbrandindex aussagt und was nicht
In die Berechnungen des WBI fließen dem DWD zufolge verschiedene Daten ein: Dazu zählen Temperatur, Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit und Niederschlagsrate. "Ergänzend zum WBI können auch die Bodenfeuchte und der Graslandfeuerindex zur Beurteilung der Gefährdung herangezogen werden", heißt es beim Ministerium. Und unabhängig vom WBI könne die Gefährdungslage kleinräumig variieren.
Auf den Boden, die Lage und die Vegetation kommt es an
"Insbesondere in ausgeprägten Kiefernwäldern mit lichten Waldstrukturen ist lokal eine erhöhte Gefährdung möglich." Dabei komme es ganz wesentlich auf die Bodenbeschaffenheit an - je nachdem, wie viel Wasser er aufnehmen und speichern könne. Das wiederum beeinflusst die Vegetation.
Auf nährstoffarmen und sandigen Standorten etwa, die schnell austrockneten, hätten viele Baumarten erschwerte Wachstumsbedingungen, sodass sich vermehrt Kiefern ansiedelten. Südexponierte Hanglagen trockneten zudem schneller aus. Eine erhöhte Gefahr bestehe vor allem in steilen, südexponierten Hanglagen mit einem geringen Anteil feiner Erde und einem höheren Anteil gröberer Materialien, wie zum Beispiel Steine und Kies. "In solchen Bereichen ist die Gefahr von frühem Trockenstress für die Vegetation – bereits bei geringen Niederschlägen im April – erhöht."
Vorgeschädigte Bäume mit wenig Laub und einer hohen Schädlings-Anfälligkeit verschärften die Situation zusätzlich, auch weil dort viel Gras wachse.
Der Mensch ist entscheidend
"Waldbrände werden fast ausschließlich durch Menschen verursacht", mahnt Umwelt-Staatssekretär Erwin Manz (Grüne). "Daher bitten wir alle Waldbesucherinnen und -besucher, rücksichtsvoll mit der Natur umzugehen." Waldbesucherinnen und Waldbesucher könnten sich digital per Smartphone über die tagesaktuelle Waldbrandsituation vor Ort informieren.
"Alltagsfehler, die regelmäßig zu Waldbränden führen, sind offenes Feuer und Rauchen im Wald oder ohne ausreichenden Abstand sowie Fahrzeuge, die auf trockenem Gras abgestellt werden", heißt es im Ministerium.
Worauf Menschen achten sollten
Keine Zigaretten im Wald entsorgen.Kein offenes Feuer entzünden.Nur auf ausgewiesenen Flächen parken. Nur auf dafür ausgewiesenen Plätzen grillen.Vor dem Verlassen der Grillstelle sicherstellen, dass sie wirklich gelöscht ist. Den Einmalgrill und den Müll mitnehmen und zu Hause entsorgen.
Was die Behörden tun
"In Rheinland-Pfalz wird die Ausbreitung von Waldbränden durch eine Kombination aus Vorbeugung, einem funktionierendem Meldesystem und schnellem Eingreifen verhindert", heißt es im Ministerium. Dabei spiele die Bevölkerung eine wichtige Rolle bei der Früherkennung. Bei erhöhter Gefahr würden gefährdete Gebiete zusätzlich kontrolliert.
Brandschutzstreifen und für die Feuerwehr ausgebaute Waldwege dienen der Vorbeugung und schnellen Bekämpfung von Flammen. Dabei arbeiteten Feuerwehr und Forstverwaltung eng zusammen, auch mit gemeinsamen Übungen.