Bundesliga Nervenstarker Amiri sorgt für Hochstimmung in Mainz

War mit zwei Elfmetertoren der Mainzer Matchwinner: Nadiem Amiri. Foto: Florian Wiegand/dpa
War mit zwei Elfmetertoren der Mainzer Matchwinner: Nadiem Amiri. Foto
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Der FSV Mainz 05 steht erstmals seit dem 5. Spieltag nicht mehr auf einem Abstiegsplatz. Beim Sieg gegen Augsburg glänzt Nationalspieler Amiri als eiskalter Vollstrecker vom Elfmeterpunkt.

Doppel-Torschütze Nadiem Amiri überließ das Reden nach dem 2:0-Sieg des FSV Mainz 05 gegen den FC Augsburg anderen. Während der 29-Jährige nach dem Abpfiff lieber mit seinen beiden Kindern durch die Stadion-Katakomben tollte, lobten Trainer Urs Fischer und Sportdirektor Niko Bungert in höchsten Tönen die Nervenstärke des Nationalspielers. 

"Es ist ja nichts Neues, dass er ein sicherer Schütze vom Elfmeterpunkt ist. Toll, er soll so weitermachen", sagte Fischer über die sicher verwandelten Strafstöße von Amiri. Auch Bungert war begeistert: "Nadiem hat es zweimal cool gemacht, die Dinger sind schwer zu halten. Er hat Qualität, Konstanz und Ruhe - das ist sehr wichtig", sagte der Ex-Profi.

Amiri hat mittlerweile neun Saisontore erzielt - sieben davon aus elf Metern. Sein Erfolgsgeheimnis? "Nadiem muss man keinen Zaubertrank geben, sondern einfach nur das Gefühl, sich wohlzufühlen, an der richtigen Stelle zu sein. Es macht Spaß, ihm zuzuschauen, wenn er in dieser Verfassung ist", sagte Bungert über den Führungsspieler.

Zweifelhafter Elfmeter hilft Mainz 

Auch dessen Mitspieler sparten nicht mit Lob. "Nadiem hat eine unheimliche Nervenstärke", sagte Torwart Daniel Batz, der mit einer fehlerfreien Leistung ebenfalls großen Anteil am Sieg hatte. Und Abwehrchef Stefan Bell erklärte: "Es ist wichtig, dass wir einen sicheren Elfmeterschützen haben. Das gibt ein gutes Gefühl und hilft uns."

Hilfreich war auch, dass Bell in der Anfangsphase nach einem Zweikampf mit Augsburgs Elvis Rexhbecaj im gegnerischen Strafraum zu Boden gegangen war. Schiedsrichter Patrick Ittrich gab Elfmeter, den der VAR nach minutenlanger Überprüfung nicht revidierte. Für die Augsburger war dies ein Skandal, für die Mainzer einfach nur Glück.

"Er trifft mich leicht, ich gehe zu Boden", sagte Bell und räumte ein: "Es war kein Kontakt, der mir fast den Fuß gebrochen hätte." Fischer wollte sich an den hitzigen Diskussionen nach Abpfiff gar nicht beteiligen: "Der Schiedsrichter hat entschieden, es gibt einen VAR. Am Schluss stand der Elfmeter. Punkt." 

Mainzer Aufwärtstrend  

Mit seinem Doppelpack schoss Amiri die 05er erstmals seit Ende September auf einen Nicht-Abstiegsplatz. "Es ist ein schöner, kleiner Meilenstein", befand Bungert und ergänzte: "Wir sind in einem positiven Flow und haben viel Selbstbewusstsein. Es macht gerade Spaß."

Mit 21 Punkten sind die Mainzer jetzt Tabellen-14. Großen Anteil am sportlichen Aufschwung hat Fischer, der die Mannschaft Anfang Dezember als Schlusslicht mit lediglich sechs Zählern übernommen hatte. "Urs hat uns von Tag eins an viel Stabilität gegeben. Er hat die Qualität der Mannschaft wieder zum Leben erweckt. Ein toller Trainer. Wir sind froh, ihn bei uns zu haben", lobte Bungert die Arbeit des 59 Jahre alten Schweizers.

Zugleich mahnte der Sportdirektor weiter volle Konzentration im Abstiegskampf an. "Man kann sich nur die Finger verbrennen, wenn man zum jetzigen Zeitpunkt sagt, der Abstiegskampf ist gelaufen. Selbst eine Mannschaft auf Tabellenplatz zehn oder elf kann da noch reinrutschen. Wir wollen uns gar nicht so viel mit dem Drumherum beschäftigen, sondern ganz schnöde und bieder unsere Spiele gewinnen", sagte Bungert.

dpa

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