Spicken in der Fahrprüfung
Im Saarland weniger Führerschein-Schummeleien als anderswo

Oft kommen bei Täuschungsversuchen Gadgets wie etwa Mini-Kameras oder kleine Ohrhörer zum Einsatz. (Symbolbild) Foto: Sebastian
Oft kommen bei Täuschungsversuchen Gadgets wie etwa Mini-Kameras oder kleine Ohrhörer zum Einsatz. (Symbolbild) Foto
© Sebastian Gollnow/dpa
An der Saar wurden im vergangenen Jahr lediglich 19 Betrugsversuche bei den Theorieprüfungen entdeckt – weniger als in jedem anderen Bundesland. Deutschlandweit blieb die Zahl auf hohem Niveau stabil.

In keinem Bundesland sind im vergangenen Jahr so wenige Täuschungsversuche bei den theoretischen Führerscheinprüfungen festgestellt worden wie im Saarland. Nach Zahlen des Tüv-Verbands wurden 19 Fälle registriert, im Jahr davor waren es noch 40. hervorgeht. Deutschlandweit wurden 4.239 derartige Betrugsfälle aufgedeckt. 

"Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich der Prüfungsbetrug nach einem starken Anstieg in den Vorjahren auf einem hohen Niveau stabilisiert", sagte Fani Zaneta vom Tüv-Verband. Zugleich gebe es vermutlich ein großes Dunkelfeld, da nur ein Teil der Täuschungen entdeckt werde.

Hightech trifft auf alte Schule

Auffällig ist der Einsatz technischer Hilfsmittel: In mehr als jedem dritten Fall in Deutschland (36 Prozent) kamen den Angaben zufolge etwa Mini-Kameras oder kaum sichtbare Ohrhörer zum Einsatz. Auch Doppelgänger sind keine Seltenheit: In weiteren Fällen legten sogenannte Stellvertreter die Prüfung ab. Insgesamt sei inzwischen gut jeder zweite Betrugsversuch (52 Prozent) professionell organisiert, so der Tüv-Verband.

Oftmals seien weitere Personen involviert, die den Prüfling "technisch unterstützen, aus der Ferne Lösungen übermitteln oder sich als Fahrschüler ausgeben", so Zaneta. Dafür sei auch entsprechendes technisches Know-how notwendig, um bestimmte Betrugsmaschen durchführen zu können.

dpa

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